HOME

Marek Lieberberg: Macher von Rock am Ring wettert gegen Festival-Abbruch

Der Veranstalter von Rock am Ring, Marek Lieberberg, hat die Behörden für ihre Entscheidung kritisiert, das Festival vorzeitig abzubrechen. Die Abreise der Fans hätte wie "eine Fahnenflucht" gewirkt.

Marek Lieberberg auf der Bühne des Festivals "Rock am Ring"

Marek Liberberg: Fans mussten "ihr Hab und Gut" zurücklassen

Das Festival "Rock am Rock" versank nach starken Gewittern und Regen am Wochenende im Schlamm, Blitzeinschläge verletzten 71 Menschen. Am Sonntag entschlossen sich die Behörden der Gemeinde Mendig, die Reißleine zu ziehen und das Festival vorzeitig zu beenden. Der Macher des Festivals, Marek Lieberberg, hat diese Entscheidung jetzt in einem Zeitungsinterview mit der "Rheinischen Post" scharf kritisiert: Der Entschluss für den Abbruch habe sich stark an der Empfehlung der Polizei orientiert: "Die Entscheidung ist falsch."

90.000 Fans hatten Schwierigkeiten bei Abreise

Die Abreise der 90.000 Fans gestaltete sich schwierig, weil Fahrzeuge im Schlamm feststeckten. "Es hat schon eher an Fahnenflucht erinnert, als sich die Fans ihre Wege über die Felder bahnten und ihr Hab und Gut zurückließen", sagte Lieberberg der Zeitung. Es sei nicht gerade eine "Sternstunde der verantwortlichen Behörden" gewesen. Er hätte es besser gefunden, die Besucher am Sonntag bei konkreter Gefahr zu warnen und das Programm anschließend fortzusetzen. "Die Behördenvertreter haben sich aber nicht darauf eingelassen und stoisch auf ihre Sichtweise verwiesen."

"Rock am Ring 2016"-Netzreaktionen: So reagiert das Netz auf den drohenden Festival-Abbruch

Viele Fans begrüßen Entscheidung

Nach den Gewittern und Blitzeinschlägen am Freitag war das Festival auch am Samstag wegen starken Regens für sieben Stunden unterbrochen worden. Viele Besucher scheinen mit der Entscheidung keine Probleme gehabt zu haben. "Spiegel online" berichtet, dass unter dem Facebook-Post, in dem die Absage angekündigt wurde, sich überwiegend positive Reaktionen fanden. Einen wütenden Smiley postete nur eine Minderheit.

tis / DPA