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Geplante Show in Düsseldorf "Rede nicht von Party, sondern von Jobs": Sarah Connor verteidigt Großkonzert

Sarah Connor
Sarah Connor spricht offen über Depressionen
© Daniel Bockwoldt / DPA
Ein geplantes Konzert in Düsseldorf mit 13.000 Menschen sorgt weiterhin für Diskussionen. Nun hat sich Sarah Connor zu Wort gemeldet. Die Sängerin teilt ihre Sorgen als vierfache Mutter – aber auch als Künstlerin.

Für den 4. September hat die Stadt Düsseldorf etwas Besonderes geplant: Ein Konzert mit 13.000 Menschen. Das ist eine Größenordnung, wie sie bisher keine offizielle Musik-Veranstaltung während der Corona-Pandemie erreicht hat. Entsprechend laut sind die Kritiken an der Idee. Selbst NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) sagte: "Konzept und Genehmigung sind jedenfalls nicht mit dem Land abgestimmt und ich habe begründete Zweifel an der rechtlichen Grundlage."

Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD), Veranstalter Marek Lieberberg sowie beteiligte Künstler verteidigen jedoch die Pläne. Es sei ein wichtiges Signal für die arg gebeutelte Kulturbranche und alle Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes würden gewahrt. "Wir halten an der Veranstaltung fest", sagte Michael Brill, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft der Düsseldorfer "Merkur Spiel-Arena". Sollten die Infektionszahlen aber zu hoch ansteigen, könne das Konzert nicht stattfinden, und die Fans bekämen das Geld für die Tickets in vollem Umfang zurück.

"Auch meine Kinder müssen Masken tragen"

Nun hat sich auch Sängerin Sarah Connor zu Wort gemeldet, die ebenfalls auf der Bühne stehen soll. "Ich höre Euch. Und ich verstehe alle Bedenken und Einwände zu dem ersten großen geplanten Konzert in der 'neuen Zeit'", schreibt die 40-Jährige auf Instagram. Sie teile die Sorgen der Menschen, immerhin habe sie selbst vier Kinder, die zum Teil im schulpflichtigen Alter sind. "Auch wir erwarten mit Spannung den Schulbeginn. Auch meine Kinder müssen in der Schule Masken tragen. Seid gewiss, ich gehe auf keinen Fall leichtsinnig mit der Situation um", so Connor weiter. 

Sie macht jedoch deutlich, dass es nicht ausschließlich darum gehe, Spaß zu haben und "Party zu machen", wie ihr SPD-Politiker Karl Lauterbach in einem Tweet vorgeworfen hat. Mit dem Konzert sollen die Menschen endlich wieder eine Perspektive bekommen, die von heute auf morgen ihre Jobs verloren haben und bis heute ohne Arbeit oder Unterstützung dastehen. "Musiker, Tontechniker, Bühnenbauer, Backliner, Bus- und Truckfahrer, Securityleute, Lichtdesigner, Videooperator und viele mehr", zählt Connor auf.

Es geht um 150.000 Arbeitsplätze allein in Deutschland

Sie "allein beschäftige übers Jahr um die 150 Menschen". Bundesweit gehe es um 150.000 Arbeitsplätze. Das alles seien "fleißige Menschen, die seit März ohne Arbeit und vor allem ohne jegliche Einkünfte sind. Die keine Perspektive haben, keine Lobby. Die brav ihre Steuern zahlen, aber nun seit Monaten ignoriert werden. Für die niemand kämpft, weil ständig gesagt wird, ihre Arbeit sei nicht systemrelevant." Mit dem Konzert wolle man der Musikbranche wieder ein wenig Hoffnung geben. "Viele Menschen warten darauf", schreibt Connor. 

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Denn dass das Virus schnell wieder verschwindet, daran glaubt auch die Sängerin nicht. Deshalb sei es wichtig, Konzepte zu entwickeln, wie Konzerte in dieser "neuen Zeit" funktionieren könnten. Die Show in Düsseldorf sei ein erster Versuch, in den sie volles Vertrauen habe. "Nach meinen Informationen, sonst hätte ich niemals zugestimmt, ist das geplante Konzert vorsichtig durchdacht und eng mit den Behörden erarbeitet und abgestimmt worden", so Connor. "Ja es geht um Leben, aber auf beiden Seiten der Argumentation!!" schließt sie ihren Post.

Quelle:Instagram Sarah Connor

jum

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