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Wolfgang Ambros: FPÖ verhilft linkem Liedermacher zur Nummer 1 - mit 42 Jahre altem Lied

Liedermacher Wolfgang Ambros hat sich in einem Interview kritisch über die FPÖ geäußert. Daraufhin hat ihn die rechte Partei heftig attackiert - mit dem Resultat, dass er nun an der Spitze der Charts steht.

Wolfgang Ambros

Der österreichische Liedermacher Wolfgang Ambros hat sich mit der FPÖ angelegt.

Diese Hetz-Kampagne ist nach hinten losgegangen: Weil sich Wolfgang Ambros kritisch über die FPÖ geäußert hat, fuhr die rechte Partei heftige Attacken gegen den Musiker - und löste damit eine Solidaritätswelle aus, die Ambros an die Spitze der Charts brachte.

Der Liedermacher hatte in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" abschätzig über die Regierungspartei gesprochen: "Ich bin mir sicher, dass es viele braune Haufen in der FPÖ gibt." Zudem warnte er davor, dass die Pläne der Regierung bald auch ärmere Österreicher zu spüren bekämen: "Neulich hat die FPÖ-Sozialministerin Beate Hartinger-Klein behauptet, von 150 Euro im Monat könne man leben. Das ist doch irrsinnig!"

Auf diese Kritik reagierte die FPÖ äußerst dünnhäutig: Generalsekretär Christian Hafenecker nannte Ambros einen "abgehalfterten Musiker", der wie andere "Systemgünstlinge" um seine Rente bange. 

Auch der Manager von Wolfgang Ambros schaltete sich ein

Doch anstatt den Künstler damit mundtot zu machen, heizte die FPÖ die Debatte erst recht an. Denn nun meldete sich Ambros' Manager Peter Fröstl zu Wort - und schrieb einen offenen Brief an Parteichef und Vizekanzler Heinz-Christian Strache. Durch das "politische Wirken Ihresgleichen" würden "Hass und Hetze einen Aufschwung erleben", zitierte die österreichische Presseagentur APA Fröstl. Der entkräftete nebenbei den Vorwurf, der Künstler sei ein "Systemgünstling": "Herr Ambros bezog in den letzten 47 Jahren keine einzige staatliche Subvention" und spiele jährlich 50 bis 80 meist ausverkaufte Shows. "Herr Ambros versteuert seine Einkünfte in Österreich - und finanziert damit gezwungenermaßen u.a. Leute wie Sie und Ihresgleichen."

Der öffentlich ausgetragenen Streit löste eine Solidaritätswelle unter Ambros-Fans aus. Die Anhänger starteten in sozialen Netzwerken eine Kampagne, die sich das Ziel gesetzt hat, den Song "Schifoan" durch möglichst viele Downloads an die Spitze der Hitparade zu bringen. 

Ein ambitioniertes Unterfangen - immerhin stammt das Lied aus dem Jahr 1976. Doch die Kampagne war offenbar erfolgreich: Wie die APA berichtet, wurden die nötigen Downloads am Donnerstagnachmittag erreicht. Mit einem 42 Jahre alten Hit an die Spitze der Charts: Ohne die tatkräftige Unterstützung der FPÖ hätte Wolfgang Ambros das wohl nicht geschafft.

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