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Hintergrund: Solokarrieren der Fugees

Auf dem Höhepunkt ihrer gemeinsamen Karriere haben sich die Fugees getrennt und damit zunächst nur Unverständnis hervorgerufen. Schon bald wurde jedoch klar: Es war der Start eines Emanzipationsprozesses, besonders für die Sängerin Lauryn Hill.

Ende der 90er Jahre versuchten sich alle Mitglieder der Fugees als Solokünstler, allen voran 1997 Wycleaf Jean mit seinem "Carneval", der ihn jedoch nicht an den Erfolg der Fugees anknüpfen ließ. Er überzeugte als Songwriter und als Produzent und versuchte sich als Schauspieler, während sein Cousin Pras sich als Produzent einen Namen machte und unbekannten Talenten wie Mya als Gastsängerin für "Ghetto Superstar feat. Ol' Dirty Bastard" zum Durchbruch verhalf.

Die Überraschung gelang allerdings Lauryn Hill. Als ernstzunehmende Musikerin trat sie in die Fußstapfen derjenigen HipHoperinnen, die in den achtziger Jahren versuchten, das Klischee der Frau im HipHop vom willigen Sexobjekt aufzubrechen.

Erfolgreicher als Madonna

Auf den Titelseiten verschiedenster Magazine wurde sie dann dennoch als die neue Rap-Schönheit gefeiert. 1999 sagte sie in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung", man hätte von ihr lediglich die Farbe ihrer Lippenstifts wissen wollen, während Wycleaf und Pras nach der politischen Botschaft ihrer Musik befragt wurden.

Dabei war sie daran ebenso beteiligt und bewies 1998 ihr Können mit der Soloplatte " The Miseducation Of Lauryn Hill", die sie insbesondere ihrem Idol Bob Marley widmen wollte. Zu diesem Zweck wurden die Aufnahmen auf Jamaika gemacht, um möglichst viele originalgetreue Elemente des Reggae einfließen zu lassen.

Enttäuschendes Folgealbum

Das Album enthielt mehr von der Sängerin Lauryn Hill, mehr sanften Gesang als wütenden Rap. Es wurde allein in der ersten Woche – für die Plattenfirma überraschend - 420.0000 Mal in den USA verkauft, ein Rekord, den nicht einmal Madonna je schaffte, und wird mit fünf Grammys ausgezeichnet. Lauryn schrieb in der Zeit darauf Texte für Größen wie Whitney Houston und Aretha Franklin.

Das Folgealbum spaltete dann die Kritiker: "MTV Unplugges No. 2.0" war eine verwirrende Mischung aus Gesang, Gespräch und Rap, begleitet von einer 20-köpfigen Band. Lauryn Hills Antwort auf das schlechte Abschneiden des Albums: Es sei alles "Reality", nichts sei gekürzt oder geschnitten worden.

Shila Behjat
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