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KELLY FAMILY: Tour-Auftakt fast verpatzt

Vor rund 1600 Fans startete die Kelly Family in Hamburg ihre Club-Tour, auf der sie ihr neues Album »La Patata« vorstellen wollen. Was mit technischen Pannen begann, entwickelte sich zur Super-Show.

Die Tränen der Kelly-Fans sind getrocknet: Sechs Wochen nach der Niederlage beim Grand-Prix-Vorentscheid feierte die Familie in Hamburg einen umjubelten Tourauftakt. Wie in früheren Jahren, als die Kelly Family mit Dauerplatzierungen in den Charts und unzähligen Fanbriefen mehr Zuspruch als mancher Superstar erhielt, war auch am Donnerstagabend das Konzert an der Reeperbahn ausverkauft. Allerdings hatten sich die sechs Geschwister mit der Disco »Docks« auch für einen deutlich kleineren Rahmen entschieden. Vor rund 1600 Fans starteten sie ihre Club-Tour, auf der sie ihr neues Album »La Patata« (Spanisch: die Kartoffel) vorstellen.

Eine Stunde Verspätung

Doch der Beginn der 90-minütigen Show versprach zunächst alles andere als einen erfolgreichen Abend. Wegen technischer Probleme fing das Konzert mit einer Stunde Verspätung an. Die fast ausschließlich weiblichen Fans - zwischen sechs und sechzig Jahre alt - nahmen dies geduldig auf sich, hatten viele doch schon seit den Morgenstunden vor dem »Docks« Quartier bezogen. Als dann aber bei den ersten Songs die Musik den Gesang von Maite, Joey und Co überdröhnte, murrten selbst manche Fans unzufrieden. Doch spätestens als Joey sich für seine Heiserkeit entschuldigte, war die Harmonie wieder hergestellt (»toll, wie er sich Mühe gibt«).

Trotzdem tolle Stimmung

Dank ihrer Professionalität und ihrer treuen Fans sorgte die inzwischen neu formierte Kelly Family, deren Vater schwer erkrankt ist und ebenso wie andere Geschwister nicht mehr auf der Bühne steht, für eine tolle Stimmung. Auch auf ihrem neuen Album, das am Montag erscheint, liefern sie wieder einen Mix verschiedener Musikstile. Weitaus rockigere Klänge werden da angeschlagen und im Konzert mit voller Kraft und ganzem Körpereinsatz rübergebracht. Vor allem Jimmy, im schwarzen Shirt mit »St. Pauli«- und Totenkopf-Aufdruck, und Maite, im langen schwarzen Rock und eng anliegendem Oberteil, lieferten ihren Fans die gewünschte Show.Doch vor allem bei den altbekannten Erfolgshits wie »Every Baby Needs A Mama« der Kellys, mit denen sie Millionen Platten verkauften, sangen die Fans lautstark und textsicher mit. Und als dann Maite den Grand-Prix-Titel »I Wanna Be Loved« anstimmte, gab es noch einen Extra-Beifall. Die Sängerin, die nach dem Wettbewerb in Kiel aus ihrer Enttäuschung kein Geheimnis gemacht hatte, konnte sich auch in Hamburg eine kleine Anspielung darauf nicht verkneifen: »Ich danke allen Anrufern, die nicht durchgekommen sind«, rief sie von der Bühne, und die Fans schwenkten die »Maite«-Transparente.

Der Mix macht's

Der Mix verschiedener Musikstile auf dem Konzert reichte von Reggae-Rhythmen über Elvis-Presley-Songs bis hin zu Kinderliedern. Ein halbe Stunde lang ließen die Fans ihre Band nicht von der Bühne, jubelten und klatschten, bis weitere Zugaben folgten. Am Ende sangen dann die Geschwister auf der Bühne und die Hamburger im Saal gemeinsam »An der Nordseeküste«.

Weitere Konzerte: Berlin (5.4.), München (6.4.) und Köln (7.4.)

Von Dorit Koch, dpa

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