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Martin Grubinger: Trommeln bis der Arzt kommt

Früher waren Klassik-Schlagzeuger irgendwo im Hintergrund versteckt. Martin Grubinger dagegen ist ein Star und füllt alleine ganze Säle. Beim Schleswig-Holstein-Musik-Festival will er vier Stunden am Stück trommeln. Zur Vorbereitung läuft er Marathon. Das Porträt eines besessenen Musikers.

Von Marc Winkelmann

Ganz am Ende, nach seinem vierstündigen Trommelfeuer, wird Martin Grubinger dreieinhalb Kilo leichter sein. Er wird schweißgebadet den Applaus entgegennehmen, jeden Muskel seines Körpers spüren und seinen Puls, den er auf 160 Schläge pro Minute beschleunigt hat, langsam abkühlen lassen. Vorausgesetzt, es läuft gut an diesem Abend.

Jeden Tag vierzehn Stunden Training

Wenn es schlecht läuft, bricht er auf der Bühne zusammen. "Der Black-out kann mich jederzeit treffen", sagt er, "das Risiko ist groß". Vor allem in der letzten Stunde, wenn jeder schnellere Lauf über die Instrumente zur Qual wird. Deswegen trainiert er in den letzten Wochen vor dem Konzert nochmal besonders intensiv. Jeden Tag, vierzehn Stunden lang.

Martin Grubinger, 25, hat viel vor, mal wieder. Der Österreicher ist einer der besten Schlagzeuger der Welt. Er tritt als Solist auf, meistens in Begleitung eines Orchesters, vor ein paar Monaten zum Beispiel in der New Yorker Carnegie Hall. Außerhalb der Klassikwelt aber ist er vor allem durch seine musikalischen Extremleistungen bekannt geworden. In Bonn stand er mal sieben Stunden auf der Bühne, vor zwei Jahren in Wien, als er neun Solowerke hintereinander spielte, waren es vier Stunden.

Bis an die Grenze der körperlichen Erschöpfung

Diesen Marathon will er nun wiederholen. Seine Eltern und seine Freundin halten das für einen Fehler. Er mache sich kaputt, sagen sie. Grubinger dagegen sagt, dass er schon in ein paar Jahren zu alt sei, um derartige Höchstleistungen zu bringen. Also muss er das Konzert jetzt ein zweites und letztes Mal spielen. "Ich will noch einmal das unbeschreibliche Gefühl spüren, am Limit zu sein." Am 15. August ist es soweit, in Lübeck tritt er mit der NDR Radiophilharmonie und rund 250 Trommeln, Glocken, Marimbas und andere Instrumenten auf. "Die große Nacht des Schlagzeugs" hat er den Abend genannt. Die rund 600.000 Noten wird er wie immer auswendig spielen. Der Saal ist seit Wochen ausverkauft.

Vor ein paar Jahren war die Resonanz weitaus geringer. Kaum ein Veranstalter buchte den Solisten aus Salzburg. Das Schlagzeug wurde in der Klassik stiefmütterlich behandelt und bei Konzerten irgendwo im Hintergrund versteckt. Eine Hauptrolle spielte es nicht. Daran hat Martin Grubinger einiges geändert. Der Multiperkussionist ist inzwischen ein Star, achtzig Prozent aller Anfragen muss er mittlerweile absagen. Sein Kalender ist voll bis Herbst 2009.

Marathonlauf als Vorbereitung aufs Dauertrommeln

Für diesen Erfolg trainiert er wie besessen. "Wer müde wird, macht Fehler", sagt er, also sorgt er dafür, dass er nicht müde wird. Er hält Diät, hat einen Sportmediziner engagiert, fährt auf dem Ergometer, joggt, macht Krafttraining. Ein Nebenprodukt der Schufterei: Im Frühjahr ist er in Wien seinen ersten Marathon gelaufen. Nach 3:14 Stunden war er im Ziel, "damit bin ich ganz zufrieden". Eine Zeit unter drei Stunden hätte ihm besser gefallen, aber da war dieses zweistündige Konzert am Vorabend in Berlin, vielleicht beim nächsten Mal.

Wenn Martin Grubinger von seinen Anstrengungen erzählt, klingt es nicht nach Arbeit. Er ist ein unbekümmerter Typ, mit weichen Gesichtszügen und hochgegelten Haaren. Man vergisst schnell, dass seine Leichtigkeit auch das Ergebnis jahrelanger Proben ist. Mit vier hat ihn sein Vater, ein Schlagzeuglehrer, ans Drumset gesetzt, mit 15 ist er von der Schule abgegangen. Seitdem trommelt er nur noch. Rolf Beck, der Intendant des Schleswig-Holstein Musik Festivals, hält ihn für einen seltenen Glücksfall. "Es gibt nur wenige Künstler, die eine solche Ausstrahlung haben." Hinzu kommt, sagt Beck, dass er auf das Publikum zugeht und jüngere Zuhörer anspricht. Während eines Festival-Workshops im letzten Monat lud er Jugendliche ein, mit ihm Musik zu machen.

Grubinger gibt auch bei unspielbaren Passagen nicht auf

Komponisten zeitgenössischer Klassik hingegen schätzen Grubingers Willen. Sie wissen, dass er auch bei scheinbar unspielbaren Passagen nicht aufgibt. Also schreiben sie ihm Werke, an denen andere Solisten scheitern. "Ich möchte niemals einen Komponisten anrufen müssen und sagen, was Du da geschrieben hast, geht nicht", sagt er. Diese Herausforderung wird er weiter suchen.

Nur mit den sportlichen Höchstleistungen will er sich zukünftig zurückhalten. Zwar werde das Gefühl nach dem Marathonkonzert so gut sein, "dass ich die Schmerzen jederzeit wieder auf mich nehmen würde". Danach aber ist endgültig Schluss. Diesmal wirklich. Sagt er.

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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.