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Mögliche Mehrkosten: Eröffnung der Elbphilharmonie könnte sich verzögern

Die für Mai 2012 geplante Eröffnung der Hamburger Elbphilharmonie könnte sich erneut um bis zu ein Jahr verzögern.

Die für Mai 2012 geplante Eröffnung der Hamburger Elbphilharmonie könnte sich erneut um bis zu ein Jahr verzögern. Kurz nach Bekanntwerden möglicher Mehrkosten bei dem spektakulären Gebäude auf einem alten Kaispeicher im Hamburger Hafen hat das Bauunternehmen Hochtief der städtischen Realisierungsgesellschaft (Rege) schriftlich mitgeteilt, dass der Bau nicht wie vorgesehen bis Ende 2011 fertiggestellt werden könne.

Hochtief macht die Schweizer Architekten Herzog & de Meuron für die Verzögerungen verantwortlich. "Wir brauchen Pläne. Ohne Pläne können wir die Elbphilharmonie nicht bauen", sagte Hochtief-Sprecher Bernd Pütter am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Rege-Chef Heribert Leutner wies die Hochtief-Forderungen umgehend zurück. "Die von der Hochtief Construction AG angekündigte Verzögerung bei der Fertigstellung der Elbphilharmonie hat nichts mit der aktuellen Situation auf der Baustelle zu tun", sagte Leutner der dpa am Mittwoch. Hochtief habe auf Grundlage der aktuellen Verzögerungen von acht bis zehn Wochen eine Hochrechnung aufgestellt. "Die Daten, die zu diesen Hochrechnungen führten, kennen wir nicht." Aus Bauherrensicht sei dieser Verzug im weiteren Bauablauf jedoch aufholbar. "Wir gehen daher davon aus, dass die Elbphilharmonie - wie von Hochtief vertraglich zugesagt - am 30.11.2011 an uns übergeben wird", meinte Leutner. Im Moment arbeiten die Handwerker am 20. Obergeschoss des 26. Stockwerke hohen Konzerthauses.

"Besorgt, aber wenig überrascht", zeigte sich SPD-Fraktionschef Michael Neumann über die weitere Verzögerung. "Ich fürchte, beim Thema Elbphilharmonie müssen wir uns noch auf weitere schlechte Nachrichten einstellen", sagte Neumann am Donnerstag. Jetzt sehe alles so aus, als ob neben der Finanzkalkulation auch die Zeitplanung für die Realisierung der Elbphilharmonie ins Rutschen gerate. Dass bei der Kostenentwicklung das Ende der Fahnenstange erreicht sei, glaube er nicht. "Ich bin nicht einmal sicher, dass wir das Ende der Fahnenstange schon sehen", sagte Neumann.

Erst am Montag wurde bekannt, dass Hochtief Mehrkosten in Höhe von 22,4 Millionen Euro angemeldet hat. Auch hier wies die Rege die Forderungen umgehend zurück: "Das sind ja keine Mehrkosten. Das sind nur Mehrkosten-Anmeldungen, die zum Großteil noch nicht hinterlegt sind, die wir noch gar nicht prüfen und entsprechend bewerten konnten", sagte ein Sprecher. Rege-Chef Leutner geht weiter davon aus, dass es bei den bisherigen Baukosten von 323 Millionen Euro bleibt. Von der Reserve für Unvorhergesehenes in Höhe von 20 Millionen Euro seien erst 8,2 Millionen Euro belastet und daher noch 11,8 Millionen Euro nutzbar.

Seit Jahren streiten sich die Stadt, vertreten durch die Rege, Hochtief und die Architekten Herzog & de Meuron um Mehrkosten und Zeitpläne bei dem Prestige-Bau. Bereits Ende November 2006 gab Bürgermeister Ole von Beust (CDU) bekannt, dass die Elbphilharmonie aufwendiger und teurer wird als geplant. Damals kletterte der Anteil der Stadt auf 114 Millionen Euro, die Eröffnung sollte im Mai 2010 erfolgen. Ende 2008 stiegen die Kosten dann erneut auf 323 Millionen Euro. Die Eröffnung wurde auf Mai 2012 verschoben.

DPA / DPA