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MTV Video Music Awards 2013: Rosa Teddybären und ein Busengrapscher

Von wegen amerikanisch-züchtig, bei den Video Music Awards ging es heiß her: Lady Gaga zeigte sich fast nackt, während Miley Cyrus mit einer Schaumstoff-Hand an sich herumfummelte.

Von Frank Siering, New York

Lady Gaga hatte ihren Auftritt bei den Video Music Awards schon seit Wochen hochgepeitscht. "Die geilste Show, die ihr jemals sehen werdet", hatte sie vollmundig versprochen. Und tatsächlich: Schon auf dem Roten Teppich fing die Sause an. Ein Fan grabschte ihr kurzerhand an den Busen.

Doch die Mutter aller Monster blieb cool, ließ sich sogar mit der fremden Hand auf der Brust fotografieren. Ihre Eröffnungsnummer, die Single-Auskopplung "Applause", versprühte dann aber doch eher Langeweile: Gagas Kopf in einer weißen Kiste, einige komische Augenbewegungen - und sofort mäkelten einige Blogger, dass sie sich eher an einen "persönlichen Alptraum" denn an "ein echtes Comeback" erinnert fühlten.

Als einer der wenigen Gaga-Higlights blieb ihr Auftritt im Muschelbikini im Gedächtnis. Keine Frage, die Sängerin hat während ihrer Verletzungspause viele Stunden im Fitnessstudio verbracht.

Hi, hi, hi, 'N Sync!

Ein weiterer Höhepunkt der VMA, die in diesem Jahr im Brooklyner Barclays Center aufgezeichnet wurden, war der erste Auftritt der Boyband "'N Sync" nach zehn Jahren (!). Justin Timberlake, J.C Chasez, Lance Bass, Joey Fatone und Chris Kirkpatrick traten wie zu ihren besten Zeiten vor einer kreischenden Menge auf und trällerten ihren 2000er Top-Ten-Hit "Bye Bye Bye" in die Mikrofone. Freilich, die Bewegungen der Künstler waren leicht ihrem fortgeschrittene Alter angepasst, aber den Zuschauern machte es nichts. "Fast wie früher", attestierte ein atemloser Kirkpatrick nach dem Auftritt. Grund zur Freude hatte auch Timberlake: Sein Clip "Mirrors" wurde zum besten Video des Jahres gekürt.

Für einen Skandal sind die VMA bekanntlich auch immer gut: In den vergangenen Jahren sorgten der Bühnenkuss zwischen Britney Spears und Madonna, Lady Gagas Fleischkleid oder Kanye Wests Verbalattacke gegen Taylor Swift für Wirbel. In diesem Jahr hielten sich die meisten Promis aber zurück - mit Ausnahme von Taylor Swift: Als die Boyband One Direction, die für das beste Sommervideo ausgezeichnet wurde, etwas zu lange auf der Bühne palavert, fängt eine Kamera die Country-Pop-Sängerin ein, wie sie scheinbar die Worte "Shut the Fuck up" ausspricht.

Mit Kanonen gegen das Disney-Image

Dabei hatte Swift eigentlich keinen Grund sich zu beklagen. Ihr Song "I knew you were in trouble" räumte die Auszeichnung für das beste Video einer Sängerin ab. Anschließend widmete sie den Preis einem Ex-Freund, der sie zum Lied inspiriert habe: "Er weiß schon, wer er ist", erklärte Swift zynisch, während die Kamera zu One-Direction-Sänger Harry Styles schwenkte, der leicht betroffen im Publikum saß.

Für reichlich Stirnrunzeln im Publikum sorgte auch der Auftritt von Miley Cyrus. Miley "twerkte" zu "We can’t stop" im Teddybär-Outfit und wollte der ganzen Welt wieder einmal beweisen, dass ihre Disney-Jahre längst Lichtjahre hinter ihr liegen. Besonders deutlich wurde das, als die 20-Jährige ihr Gesicht im Hinterteil eines Performers vergrub. Für ihren nächsten Song, "Blurred Lines", entledigte sich Cyrus dann gleich jeder überflüssigen Kleidung. Nur in BH und Unterhose räkelte sie sich gemeinsam mit Robin Thicke auf der Bühne und hantierte lasziv mit einer übergroßen Schaumstoffhand. Die Blogosphäre war "not amused".