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Prince: Lahmes Comeback

Willkommen im Mainstream: Das einstige Wunderkind Prince meldet sich mit seinem neuen Album "Musicology" zurück.

Nun soll also alles wie früher sein: Prince ist wieder Prince. Nichts mehr mit "Slave", "Tafkap" oder "The Artist formerly known as Prince". Der Meister ist unter altem Namen zurück, und alles könnte so schön sein - doch sein in diesen Tagen erscheinendes Album "Musicology" wird keinen Donnerhall auslösen. Die zwölf neuen Songs sind zwar eine perfekte Melange aus Rock, Funk und Jazz, aber sie klingen nur wie eine halbherzige Versöhnung mit den Achtzigern, als Prince mit "Purple Rain" sein musikalisches Meisterwerk ablieferte. Der große Wurf ist ihm nicht gelungen. Trotzdem: Die Prince-Nostalgiker werden "Musicology" lieben, alle anderen werden sich mit einem Schulterzucken abwenden.

Bemerkenswert ist aber, dass nach George Michael nun der zweite Superstar der Achtziger seinen Kampf gegen die Musikindustrie aufgibt. Michael wie Prince hatten sich vor einigen Jahren nach langwierigem Rechtsstreit um mehr künstlerische Freiheit und Gage von ihren Plattenfirmen getrennt. Doch während sich George Michael beleidigt aus dem Musikgeschäft zurückzog, veröffentlichte Prince trotzig und fleißig seine Musik im Internet - ohne Erfolg.

Die Rückkehr der Superstars in den Schoß der Musikindustrie zeigt wieder einmal, wie schwer die Krise ist: Selbst die größten Feinde rücken zusammen.

Hannes Ross

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