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Record Store Day Ein Tag dem Vinyl zu Ehren


In Großbritannien ist er längst der Renner und auch in Deutschland erobert der Record Store Day immer mehr Fans. Einmal im Jahr, jeden dritten Samstag im April, feiern Musikliebhaber den wohl schönsten Tonträger der Welt: die Schallplatte

Eigentlich war die Schallplatte schon fast für tot erklärt worden. Doch seit 2008 verbucht das runde Schwarze nach Angaben des Bundesverbandes Musikindustrie ein stetiges Plus. Ein passender Zeitpunkt also, um den ersten Record Store Day zu begehen. Seither ist der dritte Samstag im April zum Mekka für Vinyl-Liebhaber geworden: Bands spielen in familiärer Atmosphäre in Plattenläden auf und stellen limitierte Vinylveröffentlichungen ihrer Scheiben zum Verkauf. Über 1700 Plattenläden machen in diesem Jahr mit, 130 allein aus dem deutschsprachigen Raum.

"Die Leuten haben halt irgendwann festgestellt, dass Vinyl einfach das schönere Format, das sinnlichere Format, ist", erklärt sich Oton Volker Quante, Geschäftsführer des Berliner Plattenladens Mr Dead & Mrs Free, den Trend. Zudem gebe es mehr Gestaltungsmöglichkeiten als bei einer CD. "Da ist es in der Regel eigentlich immer nur ein Plastikcase, das ist nicht sexy." Das Erlebnis zu Hause eine Platte aufzulegen und der Musik zu lauschen ist laut Quante durch nichts zu ersetzen. Seit 29 Jahren lebt er von seinem Plattenladen, auch wenn es in den letzten Jahren schwerer für ihn geworden ist.

Den World Record Day sieht Quante mittlerweile allerdings durchaus kritisch - obwohl sein Laden freilich selbst teilnimmt: "Es ist inzwischen eine sehr große Veranstaltung geworden und zieht einfach viele Leute an, die man sonst im Jahr nie wieder sieht."

jwi/DAPD Video

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