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Auch dank David Bowie Vinyl-Boom: Plattenverkäufe erreichen höchsten Stand seit 1991

Schallplatte
Die gute alte Schallplatte ist auf dem Vormarsch
© Guillaume Souvant/AFP
Comeback der Schallplatte: In Großbritannien wurden im vergangenen Jahr so viele Vinyls verkauft wie zuletzt vor 25 Jahren - auch dank David Bowie. Und in Deutschland hält der Boom ebenfalls an.

Die Schallplatte erlebt ein bemerkenswertes Comeback. Obwohl Musik über digitale Streamingdienste wie Spotify verfügbar ist wie nie, steigen die Plattenverkäufe in Deutschland seit einigen Jahren stetig. In Großbritannien, dem Mutterland der Popmusik, erreicht der Vinyl-Boom nun neue Dimensionen.

Wie der Verband der britischen Musikindustrie (BPI) am Dienstag bekannt gab, stieg die Zahl der verkauften Platten 2016 auf 3,2 Millionen - 53 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit wurden im vergangenen Jahr in Großbritannien so viele Platten verkauft wie zuletzt 1991. Zum Vergleich: Auf dem Tiefpunkt im Jahr 2007 kauften die Briten gerade mal rund 200.000 Langspielplatten. Seitdem ist die Zahl der Platten-Verkäufe kontinuierlich wieder gestiegen - nun schon im neunten Jahr in Folge.

David Bowie an der Spitze der Vinyl-Charts

Im vergangenen Jahr wurde der Retro-Boom maßgeblich befeuert vom Tod David Bowies. Unter den britischen Top-30-Vinyl-Bestsellern fanden sich fünf Alben des im Januar 2016 verstorbenen Popstars. Das beliebteste Vinyl-Album war das zwei Tage vor Bowies Tod veröffentlichte Album "Blackstar", gefolgt von Amy Winehouses "Back to Black".

Auch in Deutschland dürfte 2016 ein Vinyl-Rekordjahr geworden sein. Die abschließende Jahresstatistik liegt zwar noch nicht vor. Laut dem Bundesverband Musikindustrie (BVMI) sind aber bereits in den ersten neun Monaten des Jahres so viele Schallplatten verkauft worden wie im gesamten Jahr 2015. Insgesamt 2,1 Millionen Scheiben gingen über deutsche Ladentische, wie in Großbritannien ein Anstieg um rund 50 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. 

Vinyl und Streaming ergänzen sich

"Vinyl und Streaming sind seit einigen Jahren die beiden Wachstumssegmente im Musikmarkt", sagt BVMI-Geschäftsführer Florian Drücke dem stern. Besonders erfreulich sei, dass sich beide Formen des Musikkonsums nicht ausschließen, sondern gegenseitig ergänzen. "Der Vinyl-Kunde ist nicht zwangsläufig ausschließlich ein Offline-Nutzer, ebenso wie viele Premium-Streamer ihre Musik auch durchaus physisch erwerben", sagt Drücke.

David Bowie schafft es auch hierzulande mit "Blackstar" an die Spitze der Vinyl-Jahrescharts, wie eine Auswertung der GfK zeigt. Auf den Plätzen folgen: Metallica, Rolling Stones, Beginner und AnnenMayKantereit.

Betrachtet man den gesamten Musikmarkt, ist Vinyl nach wie vor eine Nische, wenn auch eine stark wachsende. In Großbritannien macht Vinyl laut BPI rund fünf Prozent des Albummarktes aus. In Deutschland liegt der Anteil am Branchenumsatz bei 4,3 Prozent.


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