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Rescue the Anne: Neues aus Rock City

Während die Hamburger Schule schon längst ihr Abi gemacht hat, steht Indierock im Saarland noch am Anfang. Die neue CD von Rescue the Anne lässt erahnen, dass dort erstaunliche Schätze zu entdecken sind.

Während die Hamburger Schule schon längst ihr Abi gemacht und sich in alle musikalischen Winde zerstreut hat, steht Indierock im Saarland noch am Anfang - und hat noch alles vor sich. Das neue Release von Rescue the Anne lässt erahnen, dass in dem kleinen Bundesland noch erstaunliche Schätze zu entdecken sind. Die vier aus dem beschaulichen Städtchen Neunkirchen - mittlerweile zur inoffiziellen Rock City ausgerufen - legen jetzt mit "Isn't she" ein erstaunlich facettenreiches drittes Album vor.

Zehn Songs mit alltagstauglichen Texten präsentieren eine ungeheure stilistische Vielfalt, die einen sogar daran zweifeln lässt, die ganze Zeit ein und derselben Band zuzuhören. So starten sie mit der straighten Rock ("Let Go"), bieten aber auch entspannte reduziertere Nummer wir "Sweet Oyster" oder einen Wüstenstaub atmenden Song wie "Rock'n'Roll Lovers".

Zwar legt Sänger Frank Altpeter teils eine Pathos-Schippe zuviel drauf wie bei "Beyond the real" und beim eher düsteren "Is it over" - das bewegt sich an einer Nöligkeits-Grenze, wie man es teils von Metal-Bands der 80er kennt. Doch das fangen Songs wie "In dreams" mit pointierten Riffs und sympathischer Leichtigkeit wieder auf. Und spätestens wenn Basser Thomas Klein "With you by my side" intoniert, geht das Herz auf. Derartigen Optimimus versprühten zuletzt die Housemartins. Saarland, bitte melden: Gerne mehr davon - geht das?

Antje Scholz
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