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Ronnie James Dio gestorben: "Mein Herz ist gebrochen, Ronnie ist entschlafen"

Der Kampf gegen den Krebs hatte Ronnie James Dio gezeichnet, aufgeben wollte der legendäre Metal-Sänger aber noch lange nicht. Auch nach der siebten Chemotherapie und der deshalb notwendigen Absage der diesjährigen Sommertour seiner Black-Sabbath-Variation Heaven And Hell schrieb er an seine Fans: "Wendy, meine Ärzte und ich haben so hart gearbeitet, es für euch möglich zu machen ... wir werden diesen Rückschlag nicht hinnehmen. Es wird andere Touren geben, mehr Musik, mehr Leben und viel mehr Magie."

Doch am Sonntag besiegte der Magenkrebs Dio. "Mein Herz ist gebrochen, Ronnie ist entschlafen", teilte Dios Frau Wendy auf der Website ronniejamesdio.com mit. In ein virtuelles Kondolenzbuch auf Facebook trugen sich tausende trauernde Fans sein.

Ronnie James Dio wurde am 10. Juli 1942 in Portmouth geboren. Mit 15 spielte er in seiner ersten Band, sein Aufstieg zu einem der profiliertesten Metal-Sänger begann 1975, als er sich der vom ehemaligen Deep-Purple-Gitarristen Ritchie Blackmore gegründeten Band Rainbow anschloss. Den Metal-Olymp erreichte er 1980, als er für Ozzy Osbourne Sänger bei Black Sabbath wurde - jener britischen Band, die das Genre seit den 60er Jahren entscheidend mitgeprägt hatte. "Heaven And Hell" war das erste Album dieser Sabbath-Inkarnation, die Fan-Reaktionen auf "Mob Rules" (1981) und "Live Evil" (1983) und "Dehumanizer" (1992) bewiesen, dass Dio und seine Formation als Black Sabbath akzeptiert wurden.

Auch mit seiner Band Dio feierte der Sänger mit der durchdringenden Stimme großer Erfolge. Als Komponist überraschte er mit lyrischen Texten, in denen er mythische Geschichten in der Bildersprache des Mittelalters erzählte: "Heaven And Hell", "Neon Knights", "Killing The Dragon" und "Stargazer".

2006 formierten Dio und Sabbath-Gitarrist Tony Iommi Heaven And Hell. Das war praktisch wieder Black Sabbath ohne Osbourne und der Bandname sollte genau das vermitteln.

"Er hat eine der besten Stimmen im Heavy Metal gehabt und das passende Herz dazu", sagte der Gitarrist Jay Jay French, der mit seiner Band Twisted Sister mit Dio seit 1983 immer wieder auf Tournee war. "Er war die netteste und edelste Person, die man treffen konnte."

Die Einträge im Facebook-Kondolenzbuch zeigten, dass es im Metal nicht nur um Musik in brutalst möglicher Lautstärke geht. "Wenn es Ronnie nicht gegeben hätte, wäre ich eine sehr unglückliche Person", schrieb ein Fan. "Dein Einfluss hat mein Leben so werden lassen, wie es heute ist und dafür danke ich Dir." Ein anderer schrieb: "Dio, Du bist das wahre Wesen der Metal-Musik. Ohne dich gibt es kein Metal."

Uwe Käding, APN / APN