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Salzburger Festspiele: Spröde Lulu mit mythischem Ursprung

Der Frauenblick auf eine Männerphantasie: Die Alban-Berg-Oper "Lulu" in der Inszenierung von Vera Nemirova erhielt am Sonntagabend bei den Salzburger Festspielen nur verhaltenen Applaus. Der deutsche Künstler Daniel Richter hatte das grellbunte Bühnenbild gestaltet.

Ein Vorhang mit grellbunten Fratzen, riesenhafte Geschlechtsteil-Symbolik und am Ende eine skeletthafte Winterlandschaft. Der deutsche Maler Daniel Richter hat der Alban-Berg-Oper "Lulu" bei den Salzburger Festspielen einen plakativen Rahmen gegeben. Die Inszenierung von Vera Nemirova erhielt bei der Premiere am Sonntagabend in der Felsenreitschule verhaltenen Applaus. Weniger eindringlich als Richters Rahmen war die Figurenzeichnung der Hauptdarstellerin, die von Patricia Petibon aber überzeugend über vier Stunden gesungen wurde.

Es solle der weibliche Blick auf die Männerphantasie "Lulu" werden, hatte Intendant Jürgen Flimm - der die Oper erst selbst inszenieren wollte - im Vorfeld angekündigt. Sie sehe in der Lulu einen archaischen, zeitlosen Frauentyp, dessen mythischem Ursprung sie sich widmen wolle, so die Regisseurin.

Bei ihrer sich zum Ende hin steigernden Inszenierung bleibt aber vieles unklar - und vor allem ist die Lulu kaum zu fassen. Petibon zeigt eine Getriebene irgendwo zwischen Missbrauchsopfer, selbstverliebtem Luxusweibchen und kaltblütigem Instinkt. Statt unzähmbar-sinnlich wirkt sie in wechselnden weißen Kostümen mit Fell oder Feder-Besatz mehr wie ein sprödes Tierchen. Warum die Männer gerade dieser Frau reihenweise verfallen, ist rätselhaft.

Grundlage der Oper sind Wedekinds 1913 entstandene Tragödien "Erdgeist" und "Die Büchse der Pandora", die damals für Skandale sorgten. Es geht um die unkontrollierbare Verführerin Lulu, auf die Männer ihre wechselnden Phantasien projizieren, aber an der sie auch zugrunde gehen. Als Medizinalratsgattin wird Lulu in flagranti mit einem Maler erwischt, der Gatte erleidet daraufhin einen Herzanfall. Sie heiratet den Maler, verhindert aber die Hochzeit ihres "Entdeckers" Dr. Schön, der sie noch als Kind von der Straße auflas. Der Maler nimmt sich das Leben, Lulu heiratet Dr. Schön, den sie nach einer seiner Eifersuchtsattacken versehentlich erschießt.

Es folgt der gesellschaftliche Abstieg: Die Frau, für die all ihre Männer einen anderen Namen haben, kommt als Mörderin ins Gefängnis. Dort kann sie zwar mit Hilfe der lesbischen Gräfin Geschwitz fliehen, endet aber mittellos als Hure und wird von Jack the Ripper ermordet.

Alban Berg nimmt die Geschichte in den 1930er Jahren fast wortgetreu als Vorlage für seine Oper, vollendet bis zu seinem Tod aber nur die ersten beiden Akte. Der österreichische Komponist Friedrich Cerha hat der Oper aus Fragmenten Bergs einen dritten Akt und damit ein Ende gegeben - für diese Fassung hatten sich die Salzburger Festspiele entschieden. Marc Albrecht leitete die Wiener Philharmoniker klar und kraftvoll, die Sänger - neben Petibon vor allem Tanja Ariane Baumgartner als Gräfin und Michael Volle als Dr. Schön - überzeugten das Publikum voll.

Nemirova löst die Handlung aus ihrer Entstehungszeit: Lulu liest Frauenzeitschriften und macht Yoga, österreichische Polizisten stürmen auf die Bühne. Auch der Hinweis auf die Finanzkrise ist vertreten, wenn eine Partyszene im Publikum spielt. Da werden locker "Jungfrauen-Aktien" verspekuliert und Geldscheine in die Luft gewirbelt.

Richter verhängt die berühmten Arkaden der Felsenreitschule komplett mit seinen bühnenfüllenden Bildern. Das Sexuelle im einstigen Skandal-Stück wird bei ihm mit einem riesigen weißen Kugel-Dildo aufgegriffen, der beim Herabsinken eines Spiegels mit großem roten Fleck in sich zusammensinkt. Solange dieser Fleck noch bühnenmittig pulsiert, regiert das Weibliche. Die veränderten Machtverhältnisse und Lulus Abstieg zeigt später ein glänzend-schwarzes Dreiecksgebilde, das spitz gegen den inzwischen an der Decke hängenden Spiegel ragt und aus dem die Akteure klettern.

Auf der Bühne wird immer wieder beherzt in den Schritt gegriffen, der Diener schnüffelt am Höschen und am Ende muss Petibon einen Blow-Job andeuten: Nicht ganz stimmige Brachial-Erotik statt subtiler Verführungskunst. Eindrucksvoll-mythisch ist die letzte Szene, die vor einer riesigen schwarz-weißen Winterlandschaft Richters spielt. Wie Jesus am Kreuz breitet Lulu ihre Arme vor einem Bretterverschlag aus, bevor sie vom Messer ihres Mörders getroffen zu Boden sinkt.

Miriam Bandar, DPA / DPA
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(