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Seasick Steve: Wanderjahre und Küchenblues

Seasick Steve blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück, viele Jahre schlug er sich als Wanderarbeiter und Straßenmusiker durch. Seine Musik erzählt von dieser Zeit, begonnen hat alles zu Hause in seiner Küche.

Verschmitzt blinzelt der bärtige Mann in Latzhose und abgetragenem Unterhemd ins Publikum und zeigt seine dreisaitige, schwer ramponierte Gitarre: "Das größte Stück Scheiße auf der ganzen Welt", erklärt er stolz. Ein Freund hat sie ihm vor langer Zeit in diesem Zustand verkauft und ihn dabei gehörig übers Ohr gehauen. Als Rache würde er damit nun um die Welt touren und jedem von dem Betrug erzählen. So ganz gelungen ist diese Racheaktion nicht, wenn man bedenkt, dass Steven Wold vielleicht genau dieser alten Gitarre seinen Erfolg zu verdanken hat.

Das Instrument hat viele Macken und offensichtlich schon einiges durchgemacht und doch klingt es herrlich echt, unverfälscht nach Leben und Freiheit - nach Blues. Wenn man behauptet, dass Hunde und Herrchen einander ähneln, ist es mit der Gitarre und diesem Mann ähnlich. Denn die Rede ist von Seasick Steve. Und die beiden passen wunderbar zusammen.

Im Jahr 2004 dachte Seasick Steve, es sei aus für ihn und die Musik. Nach einem Herzinfarkt, der zu einer teilweisen Lähmung führte, hatte er sich bereits damit abgefunden, die Musik an den Nagel zu hängen. In seiner Küche in Oslo spielte der inzwischen etwa 60-jährige Mann nur für sich und erinnerte sich bei einem Glas Whiskey an vergangene Zeiten.

Geboren in Oakland, irgendwann in den vierziger Jahren, wuchs Steven Wold in zerrütteten Familienverhältnissen auf und riss bereits mit 13 Jahren von zu Hause aus, da er die Brutalität seines Stiefvaters nicht mehr ertragen konnte. Den größten Teil seines Lebens verbrachte er als Tagelöhner auf Farmen, als Wanderarbeiter und Straßenmusiker. Seine Lieder erzählen davon. So singt er zum Beispiel von Kniestrümpfen, die ihn vor "fiesen kleinen Käfern" schützen oder von einer Hündin und ihren Welpen, die ihn eine Zeit lang auf seinen Reisen begleiteten.

Die Wende

Irgendwann lernte Wold seine Frau kennen, mit der er Anfang der 2000er Jahre in ihre Heimat nach Norwegen zog. Und seiner Frau hat er viel zu verdanken: Elizabeth hatte gerade ihre Kenntnisse als Reha-Schwester aufgefrischt und befand sich glücklicherweise in der Nähe, als Wold einen Herzinfarkt erlitt. Durch professionelle Erste Hilfe konnte sie ihn retten.

Und sie war es, die den 4-Track-Recorder herauskramte und Wold überredete, die Songs, die er eigentlich nur für sich klimpern wollte, aufzunehmen. Zur rhythmischen Begleitung stampfte er mit dem Fuß auf eine alte Holzkiste - seine sogenannte "Mississippi Drum Machine", die heute auf keinem seiner Konzerte mehr fehlen darf.

Das gute Gespür seiner Frau

Wold selbst hatte keine Zukunft in seiner Musik gesehen. Er vermutete vielmehr einen sentimentalen Zug seiner Frau. "Manchmal denk ich, dass sie vielleicht Angst hatte, dass ich bald den Löffel abgebe, und dass es ganz schön wäre, noch ein paar Erinnerungsstücke zu haben. Ich hatte jedenfalls überhaupt nicht das Gefühl, ein Album aufzunehmen." Seine Frau jedoch hatte gutes Gespür bewiesen, denn genau diese Aufnahmen führten zu Seasick Steves Album "Doghouse Music", das sich mittlerweile rund 100.000-mal verkauft hat.

Ein Auftritt in einer Late Night Show, den Wold selbst für "ausgemachte Scheiße" hielt, verhalf ihm endgültig zum Durchbruch. Plötzlich war er "der neue Typ" und wurde zu diversen Shows und Festivals geladen. 2008 kam sein drittes Album mit dem Titel "I Started With Nothing And Still Got Most Of It Left" auf den Markt, und kletterte sofort in die Top Ten der englischen Charts.

Ende September war er auf dem Reeperbahnfestival zum ersten Mal in Deutschland zu sehen und konnte vor vollem Saal beweisen, dass er mit seinem Country-Blues auch junge Menschen begeistern kann. Seasick Steve schaut auf eine Lebensgeschichte mit Höhen und Tiefen zurück. Authentisch, wie das Leben selbst, Whiskey und Lachfalten zeichnen sein Gesicht.

Eine nagelneue, blitzblanke Gitarre würde gar nicht zu ihm passen.

Hannah Lenz
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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(