Sportfreunde Stiller Drei Freunde sollt ihr sein

Angenehm vertraut klingt das neue Album der Münchener Rock-Combo Sportfreunde Stiller. Sound, Melodien, Gesang - alles schon dagewesen. Musikalische Risiken wurden dagegen leider minimiert.

Vielleicht bekommen die Sportfreunde Stiller bald eine Einladung zum nächsten Kirchentag in Hannover. Die Botschaft ihrer neuen Platte "Burli" (Motor) käme dort vermutlich gut an, denn die drei Münchener Gitarrenpopper streiten leidenschaftlicher denn je für Freundschaft, Menschlichkeit und gegen soziale Kälte. "Das Thema ist uns immens wichtig, denn ohne Freundschaft als Basis würde unsere Band nicht existieren", berichtet Bassist Rüdiger Linhof.

Von der Sehnsucht nach Zusammenhalt singen die Sportfreunde gleich mehrere Lieder, zum Beispiel Stücke wie "Ein kleiner Schritt" und "Im Namen der Freundschaft". In der erste Single "Siehst Du das genauso?" finden sich Textzeilen wie "Ein einziger freundlicher Blick macht manchmal wieder alles gut / Ein guter Freund neuen Mut". Lästermäuler behaupten schon, diese Strophe sei von Pur geklaut. Zum "Frühling" fiel dem Trio folgendes ein: "Man kann nicht nur traurige Lieder singen / wenn die ersten Sonnenstrahlen Wärme bringen" - praktische Gebrauchslyrik, die auch beim Schlager-Grand-Prix Chancen hätte.

Vergleiche mit der Hamburger Schule

Zu Beginn ihrer Karriere vor sieben Jahren wurden die flott rockenden Sportfreunde in einem Atemzug mit Bands wie Tocotronic oder den Sternen genannt. Inzwischen lassen sich Rüdiger, Sänger Peter Brugger und Schlagzeuger Florian Weber von einem Jugendradio in Nordrhein-Westfalen als "Hauptgewinn" für eine Abi-Fete verlosen. Party-Musik also? Das sieht Rüdiger überhaupt nicht so: "So ist eben unser Charakter. Wir haben eine optimistische Sicht auf die Welt. Meistens vermitteln unsere Lieder eine zuversichtliche Perspektive. In depressiver Stimmung kriegt man doch auch wenig zu Stande, oder?"

Alles schon gehört

Im Jahr 2004 klingen die Sportfreunde wie gute Bekannte: Angenehm vertraut, aber auch ein wenig langweilig. Sound, Melodien, Gesang - alles schon gehört. Getreu der Devise "keine Experimente" ist der Mitsingfaktor hoch, musikalische Risiken wurden hingegen minimiert. Es dominieren eingängige Riffs, garniert mit Synthie-Spielereien. Die Konsequenz: Problemlos könnte ihr erster Hit "Wellenreiten" auch auf der neuen Platte erscheinen.

Konzerttermine:

04.05. Köln (Palladium/ausverkauft)
05.05. Münster (Halle Münsterland)
07.05. Saarbrücken (Messehalle)
08.05. Darmstadt (Centralstation/ausverkauft)
09.05. Wiesbaden (Schlachthof)
11.05. Bielefeld (Ringlkschuppen)
12.05. Kiel (Halle 400)
14./15.05. Hamburg (Große Freiheit/ausverkauft)
16.05. Hannover (Capitol)
18.05. Erfurt (Thüringenhalle)
19.05. Braunschweig (Jolly Joker/ausverkauft)
20.05. Berlin (Columbiahalle/ausverkauft)
22.05. Chemnitz (Arena)
23.05. Dresden (Messehalle)
25.05. Leipzig (Haus Auenesee)
26.05. München (Olympiahalle)
09.06. Magdeburg (Factory)
10.06. Cottbus (Gladhouse)
29.06. A-Graz (Orpheum/ausverkauft)
08.07. A-Linz (Posthof)

Torsten Holtz, AP AP

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