HOME

Stimmen zum Tod von Christoph Schlingensief: "Wenn Du gehst, Freund, dann weint meine Seele"

Katharina Wagner, Elfriede Jelinek, Klaus Wowereit. Die Liste der Kondolenten zum Tod des Regisseurs Christoph Schlingensief ist lang. Nachfolgend einige Reaktionen.

Der Tod von Regisseur Christoph Schlingensief hat Trauer und Bestürzung ausgelöst. Nachfolgend einige Stimmen

Katharina Wagner

Katharina Wagner, die neue Leiterin der Bayreuther Richard-Wagner- Festspiele in einem persönlichen Nachruf: "Du konntest reden, reden, reden, ganze Welten erschaffen in Deinen Worten, Sätzen, Gedanken. So hab ich Dich erlebt, als unversiegbaren Strom an Ideen und Eindrücken, mit denen Du die ganze Welt bereichert hast ... Ich bin kein Mensch, der leicht weint. Aber wenn Du gehst, Freund, dann weint meine Seele."

Daniel Barenboim und Jürgen Flimm

Daniel Barenboim und Jürgen Flimm im Namen der Berliner Staatsoper Unter den Linden: "Die Staatsoper trauert um Christoph Schlingensief. Sein beispielloser Erfindungsgeist schuf immer wieder neue Vorhaben, Ideen und Pläne - auch langfristige - hier bei uns und in Burkina Faso."

Luc Bondy

Luc Bondy, Theatermacher und Intendant der Wiener Festwochen nannte Schlingensief einen "lebensspendenden Anarchisten" und "genialen, unerhört intelligenten Mann". "Christoph Schlingensief hat sich intensiv (leider war mir manchmal das Zusammenspiel mit den Medien ein wenig viel) mit seiner Krankheit auseinandergesetzt, aber sterben wollte er nicht."

Frank Baumbauer

Frank Baumbauer, der Theatermacher und ehemalige Intendant unter anderem der Münchner Kammerspiele: "Schlingensief war ein großartiger Wachrüttler und hat uns alle irritiert, wenn wir es uns mal wieder so richtig bequem gemacht hatten."

Elfriede Jelinek

Elfriede Jelinek, die österreichische Literaturnobelpreisträgerin würdigte Schlingensief als "einen der größten Künstler, der je gelebt hat": "Ich dachte immer, so jemand kann nicht sterben. Das ist, als ob das Leben selbst gestorben wäre."

Barbara Frey

Barbara Frey, Künstlerische Direktorin des Schauspielhauses Zürich, nannte Schlingensief einen "shakespeareschen Narren" im besten und im abgründigsten Sinne: "Er hat einen grundsätzlich nachdenken lassen über den ausgeleierten, müden Begriff "Provokation", weil er es geschafft hat, über die durchaus fließenden Grenzen zwischen Kunst, Komik, Kitsch, Pathos und Entlarvung falscher Gewissheiten ernsthaft zu reflektieren."

Klaus Staeck

Klaus Staeck, Präsident der Berliner Akademie der Künste, lobte Schlingensief als Künstler "von ungeheurer Sprengkraft". Unvergleichbar habe er es mit seinem umfangreichen Werk "immer wieder geschafft, sich einzumischen und künstlerisch wie politisch Position zu beziehen".

Bernd Neumann

Bernd Neumann (CDU), Kulturstaatsminister: "Mit Schlingensief verliert die Kulturszene einen ihrer vielseitigsten und innovativsten Künstler, der die deutschsprachige Film- und Theaterwelt stark beeinflusste."

Klaus Wowereit

Klaus Wowereit, Berlins Regierender Bürgermeister: "Ein großer Theatermann verlässt die Bühne. Sein Name ist mit dem Ruf der Berliner Volksbühne als einem großen gesamtdeutschen Theater untrennbar verbunden."

Frank-Walter Steinmeier

Frank-Walter Steinmeier, SPD-Bundestagsfraktionschef und Ex- Außenminister: "Wir haben in Deutschland mit Christoph Schlingensief einen unserer großen Künstler verloren. ... Es würde seinem Wunsch entsprechen, wenn unser Land sich weiterhin seines (Opernhauses in Afrika) annehmen und es Wirklichkeit werden lassen würde."

Claudia Roth

Claudia Roth, Grünen-Bundeschefin: "Dieser verdammte Krebs! Mit Christoph Schlingensief verliert die Bundesrepublik einen der kreativsten, vielseitigsten und radikalsten Künstler."

DPA / DPA