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The Dandy Warhols: Zeitreisen durch die Popgeschichte

Auf ihrem neuen Album "Welcome To The Monkey House" klauen sich die Dandy Warhols wieder einmal mehr oder weniger unverschämt durch die Popgeschichte und schaffen dabei erstaunliche Songs.

Der Bandname mag extrem albern sein, die Zitierlust der Band aus Portland/Oregon mag popsozialisierte Menschen erdrücken, aber ein Gutteil der Songs vom letzten Dandy-Warhols-Album "Thirteen Tales From Urban Bohemia" hat die Jahre lockerer überdauert als viele Beiträge konkurrierender Pop-Eklektiker. Woran selbst das TV-Powerplay durch eine Telefongesellschaft nichts ändern konnte, die mit dem Song "Bohemian Like You" Zeitgeist-Punkte bei jungen Kommunikations-Kunden sammelte. Nein, die Dandy Warhols hängen einem immer noch nicht zur Nase raus. Courtney Taylor-Taylor hat die seltene Gabe, zehnmal hintereinander "come on" zu singen, und die Sache ist ein Hit. Nach dem Schema funktioniert so ziemlich alles bei den Dandy Warhols.

Zeitreisen durch Dekaden und Genres

Es gibt fast keine Stelle auf dieser CD, die nicht mehr oder weniger unverschämt aus der Popgeschichte geklaut ist. Der Titel des Albums verweist dabei auf eine Ikone der US-Pop-Literatur "Welcome To The Monkey House" heißt eine Kurzgeschichtensammlung von Kurt Vonnegut. Und wie Vonnegut seine bizarren Science-Fiction-Geschichten mit Zitaten aus der Pop-Art spickt, zeitreisen die Dandy Warhols durch alle relevanten Dekaden und Genres, um sie effektvoll zu beleihen. Mit besonderer Berücksichtigung der 70er und 80er diesmal: Im Warhols-Mummenschanz tauchen Bowie, T.Rex und ein paar New Romantics auf. Wenn sie für die Dauer eines Songs Pet Shop Boys spielen wollen, laden sie einfach Simon Le Bon (Duran Duran) als Gastsänger ein ("Plan B"). Da geht noch vieles.

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