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The Strokes: Einfach vielfältig

Bereits mit ihren ersten beiden Alben haben die Strokes gewaltige Erschütterungen in der Musiklandschaft hinterlassen. Auf ihrem dritten Werk präsentieren sich die New Yorker vielseitiger als zuvor - und treffen doch immer den richtigen Ton.

Der dritte Streich der Strokes ist ihr musikalisch bislang ehrgeizigster. Die Band um Sänger Julian Casablancas hat ihre rotzige Direktheit hinter sich gelassen, die vor fünf Jahren das hysterisch bejubelte Debüt "Is This It" prägte. Sie baut von den Ramones über Blondie und Iggy Pop alles in ihre Musik ein, was einst die New Yorker Szene einzigartig machte.

Die vielen Zitate in den 14 Stücken - von "Peter Gunn" in "Juicebox", dem exakt reproduzierten Iggy-Sound von "Heart In A Cage" bis zur Blondie-Melodik in "Razorblade", in dem zudem Barry Manilows "Mandy" durchklingt - geraten dabei weder zur Kopie noch zur Parodie.

"First Impressions Of Earth" verbindet mit einer unglaublichen Leichtigkeit und Unbekümmertheit frühen Rock’n’Roll mit Punk, Grunge - und erstmals auch Hardrock-Einflüssen. Bei jeder anderen Band hätte so ein Versuch bestenfalls bemüht geklungen: Bei den Strokes geraten diese Einflüsse zu einem homogenen Stil. Ein Album mit Tiefenschärfe, vom Start weg ein Klassiker.

Uwe Käding/AP

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