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Tournee: Nena mit neuem Image und rockiger High-Tech-Show

Nena startete ihre Deutschland-Tournee in Regensburg. Zusammen mit alten Stars und jungen Talenten wurden Hits gefeiert und der Irak-Krieg verdammt.

Von dem Neue-Deutsche-Welle-Aushängeschild, das vor zwei Jahrzehnten mit eingängigen Liedern und Texten die Teenies mitriss, ist nicht viel geblieben. 2003 ist Nena zur Rocklady im Techno-Zeitalter geworden - auch wenn sich einige ihrer älteren Anhänger am Donnerstagabend in der Regensburger Donau-Arena zumindest am Anfang damit nicht so recht anfreunden konnten. Doch insgesamt kam die "neue" Nena bei den 4000 Besuchern des Auftaktkonzertes zur Jubiläumstour "20 Jahre Nena mit Band und Freunden" bestens an.

Egal ob mit harten, schnellen und lauten Songs oder mit ihren weichen Balladen - die 43-Jährige präsentierte eine perfekt inszenierte Drei-Stunden-Show. Neben den Gaststars Udo Lindenberg, Joachim Witt, Howard Jones sowie Jasmin Tabatabai begeisterten auch die Nachwuchs-Sänger Ben und Marlon sowie der Kabarettist Jess Jochimsen. Hinter einem durchsichtigen Vorhang begleitete ein auf mehrere Bühnen-Ebenen verteiltes Symphonieorchester Nena und ihre Freunde.

Showbeginn reißt Fans nicht vom Hocker

Ganz in Schwarz spielte die Sängerin zunächst einige ältere Songs, jedoch in neuen Versionen. Dröhnende Bässe, hämmernde Drums, schreiende Gitarren kündeten vom neuen Image. Auf großen Leinwänden wurde mit Computeranimationen das entsprechende optische Begleitprogramm geliefert. Spätestens als die Sängerin gemeinsam mit Witt dessen schwermütiges Duett "Die Flut" anstimmte, zog es einige der Über-40-Jährigen vorübergehend an die Getränketheken.

Tatsächlich ließ Nena ihre Anhänger rund eineinhalb Stunden warten, ehe sie ihren ersten musikalischen Kracher zündete. Doch beim Song "Leuchtturm" hielt es die Menschen dann nicht mehr auf den Sitzen. Gegen Ende des Konzertes reihte Nena Hit an Hit. Die "99 Luftballons", die sie zum Star auch in den USA, Japan, Australien und England machten, ließ sie gleich hintereinander zwei Mal steigen - in der Variante von 2002 und danach in der 80er-Version.

Klare Message: "Stop the war!!!"

Natürlich aktualisierte Nena ihre Friedensbotschaft von den Ballons, deren englische Version derzeit wegen des Irak-Krieges in mehreren US-Bundesstaaten auf dem Index steht. Statt der optimistischen Zeile "Kriegsminister gibt’s nicht mehr" aus dem Original sang sie "Kriegsminister gibt es immer noch". Der größte Applaus des Abends brandete auf, als während der Luftballon-Nummer im Hintergrund in großen Schriftzeichen "Stop the war!!!" eingeblendet wurde.

Aufwändige Bühnenshow

Bei der Zugabe "Irgendwie, Irgendwo, Irgendwann" zogen die Konzert-Techniker dann nochmal alle Register ihres Könnens. Der Song wurde mit ausgeklügelten Licht- und Schatteneffekten zu einem audio-visuellen Gesamtkunstwerk. Als Finale sang Nena mit Lindenberg und den anderen Gästen noch ihren aktuellen Hit "Wunder geschehen".

Auf der Jubiläumstour will Nena nach ihrem Konzert am Freitag in der Münchner Olympiahalle noch in Chemnitz (29. März), Berlin (30.), Stuttgart (1. April) sowie Hamburg (2.) gastieren. Im Laufe des Jahres plant die Sängerin mit ihrer Band noch etliche weitere Auftritte, darunter auch mehrere Open Airs.

Ulf Vogler