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In eigener Sache: Traut euch, schwul zu sein – auch am Arbeitsplatz: Bertelsmann gewinnt Preis für Video

Sage ich's meinen Kolleginnen und Kollegen? Viele homo-, bi-, trans- oder intersexuelle Menschen haben Angst vor einem Coming-out am Arbeitsplatz. Azubis von RTL haben das Problem in einem Kurzfilm aufgegriffen und wurden dafür jetzt von der Prout-At-work-Stiftung ausgezeichnet.

Hendrik Geist

Schauspieler Hendrik Geist ist einer der Protagonisten des Kurzfilms von be.queer

Nur wenige lesbische, schwule, bi-, trans- oder intersexuelle Beschäftigte in Deutschland sind am Arbeitsplatz geoutet. Das ergab eine Studie der Boston Consulting Group (BCG), die Anfang des Jahres veröffentlicht wurde. "Auch wenn in Deutschland rund 85 Prozent der LGBTIQ+-Talente angeben, ihre sexuelle Orientierung auf der Arbeit mitteilen zu wollen, haben das nur 37 Prozent von ihnen bislang auch getan", teilte BCG mit. Im internationalen Vergleich mit 19 weiteren Ländern bildet Deutschland mit dieser Quote sogar das Schlusslicht.

Bertelsmann will das ändern. Die Auszubildenden von RTL haben das Thema Coming-out am Arbeitsplatz in einem Kurzfilm aufgegriffen. An dem Projekt waren unter anderem Auszubildende von Super RTL, UFA Show & Factual und UFA Serial Drama beteiligt. In zwei emotionalen Videos - einmal mit weiblicher Protagonistin und einmal mit männlichem Protagonisten - zeigen sie, dass Beschäftigte den Schritt zum Coming-out wagen sollten. Die Beiträge entstanden im Rahmen des LGBTIQ+-Mitarbeitendennetzwerks be.queer von Bertelsmann und wurden zum internationalen "Coming Out Day" am 11. Oktober auf den Intranetseiten des Konzerns und auf Youtube veröffentlicht.

Bertelsmann-Videos erhalten Preis

Die Stiftung Prout at Work, die mit ihrer Arbeit ein offenes und angstfreies Arbeitsumfeld fördert, zeichnete die Videos jetzt mit dem "Big Impact Initiative-Award" aus. Der Preis wird an Mitarbeitendennetzwerke verliehen, die sich "eindringlich und auf besonders kreative und nachhaltige Weise" innerhalb eines Unternehmens und in der Gesellschaft für die Chancengleichheit von lesbischen, schwulen, bi-, trans-, intersexuellen und queeren Mitarbeitenden eingesetzt haben.

"Unsere Azubis haben das Filmprojekt in Eigenregie und mit viel Herz und Kreativität umgesetzt", sagte Markus Schroth, Head of Human Resources bei UFA Show & Factual und Mitglied des Netzwerks be.queer. "Das Thema Coming-out am Arbeitsplatz ist in vielen Branchen leider immer noch mit Ängsten verbunden. Daher gilt es umso mehr, ein Bewusstsein dafür zu schaffen und für ein offenes Arbeitsumfeld einzutreten", ergänzte er.

Bertelsmann und be.queer wollen Ängste abbauen

Bertelsmann und das Mitarbeitendennetzwerk be.queer wollen Ängste abbauen und treten für ein offenes und wertschätzendes Arbeitsumfeld ein. Jeder soll sein dürfen wie er ist - ohne Angst vor Diskriminierung. Das sollen auch die beiden Videos zeigen und LGBTIQ-Beschäftigte ermuntern, sich am Arbeitsplatz zu outen.
 

Hinweis: Der Verlag Gruner + Jahr, in dem auch der stern erscheint, gehört ebenso wie RTL zu Bertelsmann. Mitarbeitende von Gruner + Jahr sind ebenfalls im LGBTIQ-Netzwerk be.queer aktiv.

mai