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TV-Tipp 8.11.: "Flatliners": Spiel mir das Lied vom Nahtod

Was kommt nach dem Tod? Eine Gruppe junger Medizinstudenten will handfeste Beweise sammeln. Mit lebensgefährlichen Folgen - und extrem schicken Föhnfrisuren. Unser TV-Tipp des Tages.

Auf eine Stippvisite ins Jenseits: Nelson (Kiefer Sutherland, l.), Labraccio (Kevin Bacon, 2.v.l.), Rachel (Julia Roberts, 2.v.r.) und Randy (Oliver Platt, r.) und Joe (William Baldwin, liegend)

Auf eine Stippvisite ins Jenseits: Nelson (Kiefer Sutherland, l.), Labraccio (Kevin Bacon, 2.v.l.), Rachel (Julia Roberts, 2.v.r.) und Randy (Oliver Platt, r.) und Joe (William Baldwin, liegend)

"Flatliners" 3.25 Uhr, Sat 1
THRILLER Eigentlich hätte Joel Schumacher für seinen Soundtrack zu "Flatliners" ja bei den Jungs von J.B.O. anfragen müssen. "Ein guter Tag zum Sterben" ist schließlich der Leitspruch seines Films. Aber zugegeben - der unheimliche Score von James Newton Howard passt eindeutig besser zur Message.

Was geschieht nach dem Tod mit unserer Seele? Schumacher knöpft sich eine der ganz großen Fragen der Menschheit vor und bastelt daraus einen Thriller, der vor allem in der ersten Hälfte punktet. Eine Gruppe junger Medizinstudenten (u.a. Julia Roberts und Kevin Bacon) trifft sich des Nachts zu geheimen Experimenten. Nelson Wright (ein blutjunger Kiefer Sutherland) will unter Laborbedingungen sterben und nach einigen Minuten wieder reanimiert werden. So hofft der ambitionierte Beinahe-Arzt herauszufinden, ob es wirklich stimmt, was Leute, die dem Tod noch einmal von der Schippe gesprungen sind, so erzählen. Diese Sache mit dem weißen Licht und dem Film des eigenen Lebens, der rückwärts abläuft. Sie wissen schon.

Spannende Prämisse, allein dafür lohnt es sich schon, "Flatliners" eine Chance zu geben. Leider trägt Schumacher - wie so oft - ein wenig zu dick auf. Dass das Nahtod-Experiment der Studenten so schnell in einen - pardon - Pausenhof-Schwanzvergleich mündet (Jetzt bin ich dran! Ich bleib auch länger tot! - Nein, ich, ich ich! Ich trau mich auch zehn Sekunden länger!), ist natürlich völlig überzogen. Da mögen die Egos und Ruhmeshoffnungen aller Beteiligten noch so groß sein. Auf der anderen Seite hätte Schumacher ruhig etwas mutiger, etwas experimenteller sein dürfen. Dass der Film am Schluss die christliche Moralkeule rausholt und die alte Nummer von Schuld und Sühne abzieht, wirkt leider uninspiriert.

Fazit: Ein solider Thriller mit einer spannenden Ausgangslage und einer wirklich schön gruselig gefilmten Atmo, der sein Versprechen leider nicht ganz einlösen kann. Hier wäre ein Remake wirklich einmal angebracht.

Ein TV-Tipp von Jens Wiesner, freier Autor beim stern


Und das ist an diesem Tag noch sehenswert:

"Super 8"
20.15 Uhr, Sat.1
SCI-FI Was wäre passiert, wenn "E.T." damals vom Militär gefangen worden wäre? Mystery-Allzweckwaffe J.J. Abrams legte 2011 mit "Super 8" eine launige Variante der 1970er-Alieninvasionsfilme hin. Deutlich guckbarer als der verunglückte "Star Trek - Into Darkness".

"Serpico"
22.55 Uhr, Servus TV

KRIMI Ein Klassiker von Sidney Lumet, dem "Meister des Justizfilms"! Al Pacino spielt einen Polizisten, der Anfang der 1970er Jahre die Korruption in der New Yorker Polizei bekämpft. Übrigens: Den Polizisten Frank Serpico hat es wirklich gegeben.

Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo