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"Was ist mit meinem Recht, in die Innenstadt zu kotzen?": Die "heute-show" zur Karnevals-Absage

Oliver Welke konnte sich nicht so richtig über die Absage ärgern
Oliver Welke konnte sich nicht so richtig über die Absage ärgern
© heute-show / ZDF
Fällt Karneval wegen der Corona-Krise ganz aus? Diese Frage beschäftigt nicht nur Millionen Jecken, sondern auch die "heute show". Die hatte zum "Jeck-down" aber ganz eigene Fragen.

"Droht uns der Corona-Jeckdown?" - die fünfte Jahreszeit wird wohl nicht so stattfinden, wie man es kennt, das beschloss gestern der Karnevals-Gipfel. "Ich persönlich frage mich ja, warum Karneval nicht vor Wochen abgesagt wurde", leitete Oliver Welke den Teil der "heute-show" zum Thema ein. "Das frage ich mich als Ost-Westphale allerdings jedes Jahr. Auch ohne Corona." Um etwas mehr Expertise zu Wort kommen zu lassen, hatte sich Fabian Köstner mit dem SPD-Gesundheits-Experten Karl Lauterbach und Karnevals-Bands und -Fans getroffen. Und im Kostüm seine ganz eigenen Sorgen vorgetragen.

Lauterbach hatte natürlich die klassischen Befürchtungen: "In der Form wie wir es sonst machen, können wir das dieses Jahr einfach schlicht nicht machen. Das ist viel zu gefährlich, wir müssen Superspreader-Ereignisse erwarten", warnte der Politiker in gewohnter Manier." Das konnte Karnevals-Fan Köster nicht einsehen. "Gesundheit ist ja schön und gut", erklärte der als Superman verkleidete Außenreporter. "Aber was ist mit meinem Recht an Weiberfassnacht in die Innenstadt zu kotzen?" Lauterbach geht auf die Absurdität der Forderung nicht groß ein. "Dann wäre neben der Aerosol-Übertragung eine Übertragung durch kontaminierte Flüßigkeit möglicherweise. Das würde es nicht besser machen", antwortet er, ohne mit der Wimper zu zucken.

Mit Bierhelm gegen Corona

Auch die Karnavals-Band Kasalla wollte es Köster nicht recht machen. "Karneval per se kann man nicht verbieten. Das ist ja wie Weihnachten. Aber so, wie wir das kennen, ist das nicht möglich", sagt die Band dem sichtlich enttäuschten Piraten Köster. Also muss der zu drastischen Mitteln greifen. Im Flamingo-Kostüm will er in der Fußgängerzone die Kölner zu Großdemonstration bewegen. Mit mäßigem Erfolg. "Et is schwierich. Ohne Bützen und Schunkeln", erklärt eine Dame. "Wat soll dat den geben?" Köster setzt auf Vernunft. "Man muss ja auch ans Rentensystem denken. Wenn jetzt hier nicht gebützt wird, dann kommt ja gar kein Nachschub mehr rein", versucht er das Gespräch zu drehen. "Da ist es bei mir sowieso zu spät", nimmt ihm seine Gesprächspartnerin mit kölscher Schlagfertigkeit den Wind aus den Segeln.

"Ich feiere bei mir zu Hause", erklärt eine andere. "Ich puste mir ein paar Luftballons auf, mache mir 'nen schönen Drink, nette Musik. Und dann hab ich meinen Karneval." Köster sieht Hoffnung: "Kann denn ganz Köln zu ihnen nach Hause kommen?" Die Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen: "Nein, absolut nicht." Auch der Vorschlag, mit einem Plastik-Arm als Schunkelprotese den Abstand zu wahren, kommt nicht so richtig gut an. "Eine hübsche Frau wäre mir lieber", klagt der Befragte. 

Zum Schluss kommt Köster dann die letzte Idee: "Wieviel Liter töten so einen Virus ab?" Karl Lauterbach hat sogar eine Antwort: "So sechs Liter. Aber dann stirbt der Mensch mit dem Virus. Und wenn der Wirt stirbt, dann stirbt auch das Virus." Das war wohl nicht die Lösung, die man sich erhofft hätte. Immerhin gibt es zum Abschluss noch ein Bild vom trockenen Herr Lauterbach, wie er sich einen Bierhelm anzieht. Und das hatte vor Corona wohl keiner erwartet.

mma

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