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"Promi Big Brother": Natalia, das Schimpfwort-Schnellfeuergewehr

Gegen Natalia Osada wählt selbst ein Rohrspatz seine Worte mit Bedacht: Zwanzig Schimpfworte feuerte die Big-Brother-Kandidatin gestern in kurzer Folge ab. Aber hey, es ging um Klamotten!

Von Jens Wiesner

Gegen Natalia Osada wählt selbst ein Rohrspatz seine Worte mit Bedacht: Zwanzig Schimpfworte knallte die Big-Brother-Kandidatin gestern raus, weil sie ein – zugegeben – recht unvorteilhaftes Oberteil tragen sollte. Anlass genug für uns, einmal dem Schimpfwort an sich zu huldigen.

Der Gebrauch eines Schimpfworts will gut überlegt sein. Zum richtigen Zeitpunkt, von der richtigen Person abgefeuert, kann es Berge versetzen oder zumindest Gesichter zu schockstarren Fratzen verzerren. Unsterblich das F-Wort, mit dem 1900 Albert Eduard, Prinz von Wales und späterer König, auf einen Attentatsversuch reagierte. Bizarr auch das Verhältnis der Fernsehmacher zur unfeinen Ausdrucksweise: Während im amerikanischen Free-TV bis heute gepiept und gefiept wird, sobald einem Menschen auf der Mattscheibe ein böses Wort entfleucht, ja ein lokaler Nachrichtensprecher erst kürzlich für ein spontanes "fucking shit" gefeuert wurde, sehen es die Deutschen längst lockerer. Die Zeiten, in denen ein gemurmeltes "Scheiße" von Tatort-Kommissar Schimanski die Sittenwächter auf den Plan rief, sind längst passé.

Aber bitteschön, was TV-Sternchen Osada gestern Abend im Big-Brother-Haus aus dem Mund flog, dürfte selbst Breaking-Bad-Figur Jesse Pinkman wie ein frommes Unschuldslamm dastehen lassen. Und uns innerlich zur Seife greifen, um der Dame einmal ordentlich den Mund auszuspülen. Was war geschehen?

Der Natalia neue Kleider

Frau hatte ein Match verloren und musste als Strafe ihre Koffer nebst sämtlichen Klamotten abgeben. Zur rudimentären Blößenbedeckung gab's von der Redaktion ein weißes Kittelchen veredelt mit dem Aufdruck "Mamas Liebling". Zugegeben, vorteilhaft geht anders. Die junge Dame reagierte erwartungsgemäß empört. In sich zusammengesunken, mit Schmollmund und verheulten Augen verkündetet sie, dass sie jene Bekleidung zwar einer Bauersfrau für würdig befinde, den "Kittel" aber nicht mit dem Allerwertesten anschauen, geschweige denn ihn darüber ziehen werde.

Und dann flogen sie nur so aus ihrem Mund, diese unfeinen K- und F- und S-Worte die wir hier nicht wiederholen wollen, sie aber problemlos für eine Anstellung als lebendes Synonymwörterbuch für menschliche Ausscheidungen qualifizieren. Und in der Big-Brother-Redaktion zählte man hämisch mit. Zwanzig an der Zahl waren es, abgefeuert in weniger als zwei Sendeminuten.

Und tatsächlich: Der "Kittel" blieb aus. Lieber wolle Natalia von nun an nur noch im Bikini und in Boxershorts herumlaufen. Ein Schelm, wer hinter diesem Lauf der Geschehnisse Absicht vermutet ...

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