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Baseball-Spiel in den USA Schwulenfeindliches Schimpfwort: Moderator denkt, sein Mikro wäre aus – jetzt ist er seinen Job los

Der Sport-Moderator Thom Brennaman zweifelte bereits während der Sendung an, "ob ich dieses Headset nochmal tragen werde"
Sport-Moderator Thom Brennaman zweifelte bereits während der Sendung an, "ob ich dieses Headset nochmal tragen werde"
© John Minchillo / Picture Alliance
Thom Brennaman dachte wohl, dass er noch in der Werbepause sei und murmelt ein schwulenfeindliches Schimpfwort in sein Headset. Wenig später entschuldigt sich der Sport-Moderator und wird noch während der Sendung ersetzt.

Thom Brennaman kommentiert seit mehr als 30 Jahren Sportübertragungen in den USA. Ob er das in den nächsten Jahren weiter tun wird, ist mehr als fraglich. Der 56-Jährige war unter der Woche bei einem Baseballspiel der Cincinnati Reds gegen die Kansas City Royals im Einsatz. Nach einer Werbepause schaltet sein Arbeitgeber Fox Sports Ohio zurück auf ihn, doch Brennaman denkt ganz offensichtlich, sein Mikrofon sei noch aus. Deutlich hört man ihn "eine der Welthauptstädte für Schwuchteln" sagen, auf Englisch "one of the fag capitals of the world". Welche Stadt er meinte, blieb unklar.

Nach einer rund viersekündigen Pause fährt Brennaman ganz normal mit seiner Moderation fort, doch Ausschnitte seiner Schimpftirade machen sofort im Netz die Runde. Noch während des Spiels wendet sich der TV-Mann an seine Zuschauer und es folgt die vielleicht skurrilste Fernsehentschuldigung aller Zeiten. Denn während Brennaman ansetzt, wie sehr es ihm leid tue, sollte er jemanden mit seiner "schrecklichen" Bemerkung verletzt haben, schlägt unten auf dem Feld einer der Akteure einen Homerun. Das kann Brennaman als Sportliebhaber natürlich nicht unerwähnt lassen und so webt er mitten in seinen Monolog über seinen Glauben und darüber dass diese Äußerungen nicht widerspiegele, was er für ein Mensch sein, ein paar Sätze über den Homerun ein und verkündet, dass es nun 4:0 stehe. "Ich weiß nicht, ob ich dieses Headset jemals wieder aufsetzen werde", schwenkt er zurück zu seinem eigentlichen Anliegen und entschuldigt sich bei seinen Bossen von Fox Sports und den Cincinnati Reds, für die er zahlreiche Spiele in der Vergangenheit kommentiert hatte.

Wenig später wird er noch während des Spiels durch einen Kollegen ersetzt. Die Cincinnati Reds schrieben in einem Statement, Brennaman werde nach seiner "schrecklichen, homophoben Bemerkung" keine weiteren Spiel der Reds mehr kommentieren. Auch sein Arbeitgeber Fox Sports Ohio twitterte wenig später, dass man ihn wegen dieses "hasserfüllten und beleidigenden" Kommentares sofort suspendieren werde. Auch seinen Job als Fox-Kommentator für Football-Spiele in der NFL verliert Brennaman.

Thom Brennaman mit ausführlicher Entschuldigung

Einen Tag nach seinem Aussetzer vom Mittwochabend versuchte der Moderator mit einer ausführlichen, schriftlichen Entschuldigung im "Cincinnati Enquirer" die Wogen zu glätten. Niemand solle jemals sagen oder fühlen, was er zum Ausdruck gebracht habe, heißt es. Teilweise rechtfertigt er sich, nicht gewusst zu haben, wie sehr das von ihm benutzte Wort "seine Wurzeln in Hass und Gewalt" habe. Er wolle sich weiterbilden, habe bereits entsprechende Kurse gefunden, damit er "LGBTQ-Themen besser verstehen" könne.

Ob das ausreichen wird, um womöglich irgendwann wieder in seinen Job zurückzukehren, darf alleine schon aufgrund der zahlreichen erbosten Reaktionen auf sein Verhalten sehr stark angezweifelt werden. 

Quellen:USA TodayTwitter / Slate / Instagram / Cincinnati.com / Deadline

fin

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