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Odenthal-"Tatort" verärgert viele Fans Einfach abschalten!


Mit 10,40 Millionen Zuschauer holte Ulrike Folkerts die beste "Tatort"-Quote seit 1991. Und das, obwohl zahllose Fans im Netz ihren Unmut bekundeten. Doch an der Traumquote sind sie selbst schuld.
Von Carsten Heidböhmer

Haben Sie, lieber Leser auch gestern Abend "Tatort" geschaut? Sich geärgert über den belanglosen Fall und die längst auserzählte Figur Lena Odenthal? Haben vielleicht bei Facebook oder Twitter ein paar abfällige Kommentare gepostet. Dann sind Sie nicht allein: Zigtausende User begleiteten – wie jeden Sonntag – auch den gestrigen Fall aus Ludwigshafen mit Ulrike Folkerts. Die Mehrzahl der Zuschauer war enttäuscht. Die allgemeine Stimmung hat Carolin Gasteiger auf südeutsche.de gut auf den Punkt gebracht: "Lena Odenthal ist durch."

Das sahen viele User ähnlich und kritisierten die "Tatort"-Folge "Blackout" am Sonntagabend mit harschen Worten auf Twitter:

Andere beließen es nicht bei einer Kritik dieser einzelnen Folge, sie stellten den ganzen Ludwigshafener-"Tatort" auf den Prüfstand, den es immerhin seit 1989 gibt. Diese User forderten eine Pause oder gar die Frührente für Lena Odenthal.

Eine ganz andere Sprache sprechen dagegen die Einschaltquoten vom Sonntagabend: 10,40 Millionen Menschen wollten die Folge sehen - das ist der beste Wert eines Ludwigshafen-"Tatorts" seit 1991! Während man also in den sozialen Netzwerken den Eindruck bekommen kann, dass die Fernsehnation Lena Odenthal langsam satt hat, geben die offiziellen Zuschauerzahlen das genaue Gegenteil her: Sie wird offenbar immer populärer. Und so gibt es für die "Tatort"-Macher beim SWR nicht den geringsten Grund, über ein Ende der alleinstehenden Kommissarin nachzudenken. Im Gegenteil: Diese Topquote festigt ihre Position. Probleme bekommt ein "Tatort"-Ermittler aber nur, wenn die Quoten nicht stimmen. Das war etwa beim von Mehmet Kurtulus gespielten Hamburger Ermittler Cenk Batu der Fall, der exzellente Kritiken bekam und bei vielen Zuschauern sehr populär war, insgesamt jedoch keine gute Einschaltquote erzielte.

Wer also wirklich genug hat von der Ermittlerfigur Odenthal und ihre Ablösung wünscht, sollte künftig seinen Unmut nicht bei Twitter ablassen. Es gibt ein viel besseres Mittel: einfach abschalten.


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