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Am Samstag läuft zum letzten Mal "Wetten, dass..?": Darum ist Markus Lanz gescheitert

Noch eine Sendung, dann ist Schluss: Die große Samstagabendshow "Wetten, dass..?" geht am Samstag zu Ende. Fünf Gründe, warum Moderator Markus Lanz an ihr gescheitert ist.

Von Sarah Stendel

Markus Lanz moderiert am Samstag die letzte Folge von "Wetten, dass..?"

Markus Lanz moderiert am Samstag die letzte Folge von "Wetten, dass..?"

Eines vorweg: Dass Markus Lanz sich überhaupt getraut hat, damals im Oktober 2012 "Wetten, dass?" von Thomas Gottschalk zu übernehmen, dafür gebührt ihm Respekt. Hape Kerkeling hatte öffentlich abgesagt. Auch Jörg Pilawa hatte keine Lust. Joko und Klaas wurden gar nicht erst gefragt, Barbara Schöneberger auch nicht so richtig.

Nur Markus Lanz war schließlich dazu bereit, für die große Samstagabendshow die Bühne zu betreten und sich dem harten Urteil der Kritiker zu stellen. Was ihn dazu gebracht, bleibt jedoch schleierhaft. Am Samstag soll mit der letzten Ausgabe aus Nürnberg endgültig Schluss sein mit "Wetten, dass?". Vielleicht hätte ein anderer sie retten können - vielleicht auch nicht. Warum Markus Lanz an ihr gescheitert ist, dafür gibt es fünf Gründe.

1. Seine Eitelkeit stand ihm im Weg

Markus Lanz ist ein klassischer Streber. Egal, was er macht, er will immer der Beste sein. Ein guter Entertainer zeichnet sich jedoch durch eine gesunde Portion Selbstironie und Mut zum Wahnwitzigen aus - und nicht durch verbissenen Ehrgeiz. Der brach bei ihm aber immer wieder durch, vor allem bei der schnell wieder abgeschafften "Lanz Challenge".

2. Ihm fehlte die Spontanität

"Wetten, dass..?" ist live - und das steht Markus Lanz einfach nicht. Immer wieder wirkte er regelrecht überfordert, wenn etwas Unvorhergesehens geschah. In der vorletzten Ausgabe brachte er zum Beispiel kein zusammenhängendes Gespräch mit Gast Toni Garrn auf die Reihe, weil die Boyband "One Direction" später als geplant auf die Bühne kam. Zusätzlich ließ er sich durch das Kreischen der Fans irritieren. Auch unvergessen: Der Shitstorm wegen der unsympahtischen Limbo-Tänzerin in der Mallorca-Ausgabe. Lanz bekam das aufgebrachte Publikum nicht in den Griff, konnte die Kandidatin nicht vor sich selbst schützen. Es wäre aber seine Aufgabe als Moderator gewesen.

3. Er zeigte kein Interesse an den Promis

Entweder ist Markus Lanz ein wahnsinnig schlechter Fragensteller oder er hatte einfach null Bock auf seine prominenten Gäste. Anders kann man sich seine offenbar aus Wikipedia-Einträgen zusammengeschusterten Interview-Themen nicht erklären. Jennifer Lawrence und Liam Hemsworth fragte er beispielsweise, ob sie beide drei Geschwister hätten und Halle Berry irritierte er mit dem Satz "Stimmt es, dass Sie den Geruch von frisch gebratenem Fleisch lieben?". Die ganze Absurdität seiner Interview-Fragen wird sehr schön auf dem Twitter-Account "@lanzfragt" festgehalten.

4. Seine Witze kamen nicht an

Thomas Gottschalk hatte zwar auch nur Altherrenwitze auf Lager, die wirkten aber immerhin authentisch. Wenn es bei Markus Lanz spaßig werden sollte, war es immer ein bisschen zu gewollt und steif. Kostprobe aus der vergangenen Show: "Hugh Grant, Sie hatten ja - rubbel die Katz - plötzlich drei Kinder". Oder bei seinem Debüt: "Guten Abend Düsseldorf, die Stadt, in der die Pelzdichte größer ist als in Grönland."

5. Weil Thomas Gottschalk übergroß war

Thomas Gottschalk und "Wetten, dass..?" hatten über die Jahre eine gewisse Narrenfreiheit errreicht, Lanz musste mit dem arbeiten, was die bloße Show hergab. Mit Gottschalks Abschied hätte die Sendung halbwegs elegant in Rente gehen können. Einziger Trost für Markus Lanz: Auch auf seinem Vorgänger wurde nach jeder Show gnadenlos herumgehackt.