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"Wetten, dass...?": Gottschalk geht baden, Waalkes spielt Tischtennis

Sportlich ging es zu bei "Wetten, dass..." Nur Christina Aguilera gab sich unterkühlt. Helge Schneider war derangiert wie immer, Linda de Mol himmelte Denzel Washington an. Vor allem die Wetten sorgten für Glanz - und ein musizierender Muslim für Erstaunen.

Yusuf, vormals Cat Stevens, ließ sich von Thomas Gottschalk umarmen, Helge Schneider herzte den Entertainer, der drückte Iris Berben einen Kuss auf die nackte Schulter. Der einzige tierische Gast bei "Wetten, dass...?" - ausgerechnet ein Frosch - blieb aber zum Bedauern vieler ungeküsst. Ansonsten wusste Gottschalk am Samstagabend bei der 165. Ausgabe der Wettshow in Bremen dem Publikum wieder viele Stars, eine bunte Show und flotte Sprüche zu bieten.

Der Schauspieler Denzel Washington, leger in weißen Jeans und Turnschuhen, zeigte sich im Gespräch auf der Gästecouch als bescheidener Familienmensch. Der "Oscar"-Preisträger war neben die Moderatorin und Neu-Schauspielerin Linda de Mol platziert worden. Neben ihm zu sitzen, so erklärte die Niederländerin der Damenwelt im Publikum und an den Bildschirmen hingerissen, "ist genauso toll, wie man sich das vorstellt". Dank gewonnener Wette blieb de Mol eine Verkleidung als Rauschgoldengel erspart. Das wisse sie in dieser Situation sehr zu schätzen, flirtete sie mit dem US-Star. Der gab zurück: "Ich auch", und Gottschalk witzelte. "Ihr seht so hübsch nebeneinander aus - wie Densel und Gretel."

Weniger gesprächig, aber doch stimmlich in Bestform präsentierte sich Christina Aguilera mit "Hurt". In einem rot glänzenden bikini-ähnlichen Zweiteiler mit einer durchsichtigen Jacke darüber stöckelte die Superblonde anschließend mit Denzel Washington zügig fort in die Kulisse, denn die amerikanischen Stars wollten noch am Abend heimfliegen. Unter den Show-Acts dieses Abends waren zudem Stars aus dem Musical "Daddy Cool", die Ten Tenors und die Band Nickelback. Auch begrüßte Gottschalk ein Idol seiner Jugend, wie er bekannte: Der zum Islam übergetretene Cat Stevens hatte kürzlich unter seinem jetzigen Namen Yusuf das erste Album seit 28 Jahren herausgebracht. Bei "Wetten, dass...?" präsentierte der britische Sänger es erstmals in Deutschland, warb im Gespräch mit Gottschalk für ein friedliches Zusammenleben und ließ sich schließlich überreden, zur Gitarre alte Stevens-Klänge darzubieten.

Auch die deutschen Gäste der Sendung waren in guter Form. Tischtennisspieler Timo Boll schlug ein paar Bälle, Cosma Shiva Hagen und Komiker Otto - mit Zipfelmütze - wetteten auf den Sieg von vier Hufschmieden: Die starken Männer schmiedeten tatsächlich ein Eisen so heiß, dass ein Spiegelei darauf garen konnte. Das ersparte Otto, einen in einem Terrarium auf die Bühne gebrachten Frosch zu küssen. Während der Wette hatte der Ostfriese besorgt ausgesehen. Hinterher jedoch verteilte er Luft-Küsschen und behauptete: "Ich hatte schon geübt."

12,7 Millionen Zuschauer

Der für seine ausgefallene Garderobe bekannte Gottschalk bestritt den Abend in Lederjacke mit goldfarbener Borte. Schulterfrei und ganz in Gold kam Iris Berben an der Seite von Robert Atzorn, um den gemeinsamen neuen Fernsehfilm vorzustellen. Multitalent Helge Schneider präsentierte sich gewohnt derangiert und irritierend, indem er während der Show ein Buch aus der Tasche zog und darin blätterte.

"Wetten, dass....?" war mit 12,7 Millionen Zuschauern und einem Marktanteil von 42,1 Prozent wieder der Quotenhit für das ZDF. Dafür sorgten neben den Gästen die amüsanten Wetten. Zwei jugendliche Ministranten erkannten vier zufällig ausgewählte Weihrauchsorten am Geruch; ein Kandidat identifizierte Cocktails am Geräusch ihrer Zubereitung, und ein Videotheken-Mitarbeiter fand mit verbundenen Augen Filme in den Regalen des Geschäfts. Wettkönig wurde der ungarische Basstuba-Student Antal Fenyivesi. Er spielte auf dem Instrument eine Xylofon-Melodie schneller als ein Profi an dem Schlaginstrument.

Alle Gäste siegten mit ihren Kandidaten. Nur Gottschalk selbst muss ins kalte Wasser springen: Er kündigte an, anlässlich der nächsten Show am 20. Januar in Friedrichshafen im Bodensee zu schwimmen. Der 56-Jährige hatte bei der Stadtwette darauf gesetzt, dass die Bremer nicht genügend übrig gebliebene D-Mark herbeischaffen würden, um Alt-Komiker Karl Dall aufzuwiegen. Tatsächlich kamen weit mehr als 400 Kilogramm in alter Währung zusammen. Das Geld - laut ZDF mehr als 10.000 Mark - soll Bildungseinrichtungen in Deutschland und - über UNICEF - im Ausland zu gute kommen.

Imke Zimmermann/AP / AP