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US-Magazin schreibt über ZDF-Show: "Wetten, dass..?", der Albtraum der US-Stars

Mit Tom Hanks und der Katzenmütze fing alles an: US-Promis, die über "Wetten, dass..?" lästern. Jetzt hat ein US-Magazin ein ausführliches Stück darüber geschrieben - und zerreißt das deutsche TV.

Mit der Katzenmütze im November 2011 fing alles an: Tom Hanks war einer der ersten Promis, die sich nach ihrem Auftritt bei "Wetten, dass..?" öffentlich darüber aufregten.

Mit der Katzenmütze im November 2011 fing alles an: Tom Hanks war einer der ersten Promis, die sich nach ihrem Auftritt bei "Wetten, dass..?" öffentlich darüber aufregten.

Das US-Magazin "New Republic" hat sich in einem langen Text einem deutschen Phänomen angenommen: der Show "Wetten, dass..?". Der Anlass ist nicht etwa, dass diese Show bald nicht mehr im deutschen Fernsehen zu sehen sein wird - nein, der Anlass ist ein weiterer US-Promi, der sich nach seinem Auftritt in der ZDF-Show beschwert, wie schlimm es dort war. Will Arnett ist sein Name, in Deutschland ist er kaum bekannt. Ausführlich hatte er in der US-Talkshow "Jimmy Kimmel Live!" geschildert, was ihm im deutschen Fernsehen widerfahren ist. Und ausführlich wurde natürlich hier in Deutschland berichtet - auch vom stern -, wie er gelästert hat.

"Arnett hat einen Nerv getroffen, denn in Deutschland ist die Mittelmäßigkeit des Fernsehens - und die der Show "Wetten, dass..? im Besonderen - derzeit eine Quelle nationaler Unsicherheit", heißt es in dem Text bei "New Republic". Andere europäische Länder, wie Dänemark oder Frankreich hätten Erfolg mit Serien wie "Borgen" und "The Returned". In Deutschland dagegen sei das Fernsehen dominiert von Talkshows, "billigen" Krimis - ja, damit ist auch der "Tatort" gemeint -, mittelmäßigen Miniserien und eben "Wetten, dass..?".

Die Amerikaner tun sich schwer mit dem Konzept der Show. Selbst Deutschen fällt es oft nicht leicht, einem Außenstehenden - also jemandem, der nicht schon 30 Jahre "Wetten, dass..?"-Erfahrung hat - zu erklären, was diese Show ausmacht. Und so macht es der "New Republic" auch nur kurz und bringt dann ziemlich viele Beispiele. Darunter der Auftritt von Tom Hanks - einer der ersten Promis, die sich nach ihrem "Wetten, dass..?"-Erlebnis öffentlich darüber aufregten -, der eine Katzemütze tragen musste, während der Moderator um ihn herum sackhüpfte. Oder der von Gerard Butler, der Pate für die Wette war, bei der ein Mann in nur einer Minute 50 Walnüsse mit seinem Hintern knacken wollte.

Auch am Moderator arbeitet sich das Magazin ab: Thomas Gottschalk wird als "anbiedernd" bezeichnet. Doch noch schlechter kommt Markus Lanz weg: Der sei noch anbiedernder. Und: "Auf Hollywood-Stars, die Auftritte bei 'Kimmel' oder 'Conan' gewohnt sind, wirken Lanz' Interviews - häufig kommentiert er bei weiblichen Gästen das Aussehen - unerfreulich und oftmals sexistisch." Zwei Aufreger, die ebenfalls zur Sprache kommen: Der tragische Unfall von Samuel Koch und die Stadtwette in Augsburg, bei der die Zuschauer aufgefordert wurden, sich wie Jim Knopf zu verkleiden und im Gesicht anzumalen.

Die Show sei ein Symbol dafür, wie es den deutschen Sendern nicht gelinge, gutes Fernsehen zu entwickeln. Dafür sei vor allem die Bürokratie des deutschen Rundfunksystems verantwortlich, denn sie verhindere jegliche Innovation. Offenbar ist man in den USA erleichtert, dass die Show eingestellt wird. Allerdings wird auch Frank Elstner zitiert, der von einem "Wetten, dass..?"-Comeback ausgeht. In diesem Fall, so rät "New Republic", sollten sich die amerikanischen Gäste an Michael Bublé halten. Der sagte: "Hätte ich gewusst, dass es es seltsam wird, hätte ich vorher einen Joint geraucht."

Übrigens:

Wer noch mehr darüber lesen will, was die Amerikaner über "Wetten, dass..?", denken: Auch die "New York Times" hat sich 2013 dem Phänomen genähert.

ukl