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"Bares für Rares": "Wunderbare Scheußlichkeit" - Händler reißen sich um diese skurrile Vase

Scheußlich oder schön? Diese Frage stellen sich die "Bares für Rares"-Händler beim Anblick einer skurrilen Jugendstilvase. Doch am Ende kommt es sogar zu einem Bieteregefecht.

"Bares für Rares"-Experte Colmar Schulte Goltz, Moderator Horst Lichter und Verkäuferin Kolb

"Bares für Rares"-Experte Colmar Schulte Goltz erklärt die Vase von Sabine Kolb zum Jugendstil-Kunstwerk. Moderator Horst Lichter staunt.

ZDF

Die skurrile Vase soll weg: Sabine Kolb kommt mit einem Erbstück ihrer Oma zu "Bares für Rares". "Die stand bei ihr im Treppenhaus, sie war ihr Schatz", sagt die Kauffrau aus Köln über das Stück, das sie selbst eine "wunderbare Scheußlichkeit" nennt. Der Anblick der unförmig gestalteten Vase mit den drei Beinen polarisiert. Auch Moderator Horst Lichter rümpft die Nase. Doch das skurrile Teil entpuppt sich als seltenes Designerstück.

"Das ist eine ganz ungewöhnliche Variante aus der Zeit des Jugendstil", erklärt "Bares für Rares"-Experte Colmar Schulte-Goltz. Die Vase sei tropfenförmig gestaltet und dreifarbig glasiert. An den Seiten kommt eine Reliefstruktur zum Vorschein, die aus der Vase herauszubrechen scheint und die dargestellte Winterlandschaft unterstreicht. Hergestellt wurde das Stück um die Jahrhundertwende in Wien von Ernst Wahliss. "Ein sehr skurriles, in seiner Zeit ungewöhnliches Objekt."

"Bares für Rares"-Experte bestätigt: Vase ist ein Sammlerobjekt

300 Euro hätte Verkäuferin Kolb gerne für ihre Vase. Experte Schulte-Goltz geht sogar noch etwas höher. Obwohl die Beine leicht beschädigt seinen, schätzt er das Exemplar auf 400 bis 450 Euro. Diese Art von Vasen seien unter dem Begriff Austrian Art Nouveau bei Sammlern sehr beliebt. Doch kommt sie auch bei den Händlern an?

Bares für Rares: Moderator Horst Lichter

"Ich weiß nicht, ob ich die gut oder hässlich finden soll", erklärt Julian Schmitz-Avila beim Anblick der Vase. "Ich habe noch nie so ein Ding gesehen", sagt Walter "Waldi" Lehnertz und startet mit einem Gebot von 80 Euro. "Ein außergewöhnlicher Jugendstil" sagt Christian Vechtel und bietet 250 Euro. Zwischen ihm und "Waldi" kommt es zu einem Bietergefecht. Der Preis schnellt in die Höhe. Als Vechtel 480 Euro bietet – "Waldi" ist normalerweise für Preise mit 80 zuständig – fühlt sich der Händler aus der Eiffel herausgefordert. "Waldi" bietet noch 500 Euro, erst bei 520 steigt er aus.

Verkäuferin Kolb ist glücklich. Sie hat mehr bekommen, als die Schätzung ergeben hat und ist ihre "wunderbare Scheußlichkeit" los. "Die Herren haben sich liebevoll gegenseitig überboten." Die Vase könne nun ein neues Zuhause finden.

mai
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