VG-Wort Pixel

"Bares für Rares" Silberwert liegt bei 20 Euro - doch diese Dose erzielt einen vierstelligen Betrag

"Bares für Rares"-Expertin Wendela Horz erklärt Moderator Horst Lichter und Besitzer Dirk Rudel (l.) die Herkunft der Silberdose.
"Bares für Rares"-Expertin Wendela Horz erklärt Moderator Horst Lichter und Besitzer Dirk Rudel (l.) die Herkunft der Silberdose.
© ZDF
Eine Silberdose hat es den "Bares für Rares"-Händlern angetan. Obwohl der Silberwert nur bei 20 Euro liegt, geraten sie in einen Bieterrausch.

"Ein schickes Döschen", sagt Moderator Horst Lichter, als er das Objekt von Dirk Rudel sieht. Der 55-Jährige aus Lauchhammer kommt mit einer Silberdose zu "Bares für Rares". "Ich hab' schon einiges recherchiert", sagt der Besitzer über das edle Stück, das er jetzt verkaufen möchte. Doch alle Geheimnisse konnte er nicht lüften. "Der Goldschmied ist ein J.W. – aber ich weiß nicht, wer es ist." Kann Expertin Wendela Horz helfen?

"Das ist eine Dose aus den 1890er Jahren", sagt die Kunsthistorikerin und erklärt die Darstellungen auf dem Deckel, die das "süße Leben" zeigen. Es sei vermutlich keine Pillen- und auch keine Schnupftabakdose gewesen, sondern für Süßigkeiten verwendet worden. Die Punze, ein kleiner Eberkopf, zeige, dass die Dose in Paris auf ihren Silbergehalt geprüft wurde. "Ich würde sagen, dass es 800er Silber ist", sagt Horz. Doch die Frage nach dem Silberschmied kann auch sie nicht beantworten. "Es gibt leider keinen Hinweis darauf, wer J.W. war."

"Bares für Rares"-Expertin schockt mit Expertise

200 bis 250 Euro hätte Besitzer Rudel für sein Schmuckstück gerne. Doch Wendela Hort schockiert ihn zunächst mit dem tatsächlichen Silberwert. "Der liegt bei 20 Euro", sagt sie. Dennoch sei die Dose viel mehr wert. Aufgrund der Handarbeit und der guten Verarbeitung schätzt die Expertin den Wert auf 250 bis 300 Euro. Das sei realistisch. Doch die Händler kommen auf einen ganz anderen Betrag.

"Das ist die schönste Dose, die ich bislang in den Händen gehalten habe", fängt Susanne Steiger im Händlerraum an zu schwärmen. Mit 250 Euro startet Fabian Kahl die Gebote. Doch Steiger verdoppelt sofort. "500", ruft sie entschlossen in die Runde. Wolfgang Pauritsch erhöht auf 550, doch Steiger lässt sich nicht abwimmeln, bietet 600 Euro. Doch Pauritsch ist sogar bereit, 1000 Euro zu bezahlen. "Das ist bestimmt schon weit über der Expertise", schätzt er richtig ein, "aber ich finde diese Dose wirklich einzigartig." Der Allgäuer Händler erhält dafür den Zuschlag.

Rudel bekommt 700 Euro mehr, als die Expertise ergeben hat. Ein guter Deal. "Die Händler haben mich geflasht", sagt er. Den Erlös möchte er erneut in eine Antiquität investieren.

Lesen Sie auch:

mai

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker