HOME

Das Fernsehgericht tagt: "Bis zum Anschlag": Helen Dorn - Der bessere "Tatort"

Anna Loos spielt die Kommissarin, Joachim Król den Bösewicht und Markus Imboden führt Regie. Diese Mischung ergibt einen der besten TV-Krimis der letzten Jahre.

Von Kester Schlenz

Die Schauspieler Anna Loss und Matthias Matschke beim Dreh zur ZDF-Krimi-Reihe "Helen Dorn"

Die Schauspieler Anna Loss und Matthias Matschke beim Dreh zur ZDF-Krimi-Reihe "Helen Dorn"

Ich gucke regelmäßig den "Tatort" am Sonntag - ein Familienritual bei uns. Meistens bin ich enttäuscht. Zu wirr, bemüht oder unglaubwürdig kommen die meisten Fälle daher, neuerdings mit jungen Kommissaren, die aussehen, als ob sie gestern noch Wolle aus'm Teddy gezupft hätten. Es gibt zwar immer wieder Ausnahmen, aber die sichere Bank in Sachen Krimis ist seit Monaten der Konkurrenzkanal ZDF. Der angeblich so verschlafene "Alte-Leute-Sender" zeigt samstags um 20.15 Uhr, wie man handwerklich gute, moderne und anspruchsvolle Krimis dreht. Wann immer Sie in Ihren Programmzeitschriften "München Mord", "Kommissarin Heller" oder "Helen Dorn" lesen - unbedingt anschalten. Es lohnt sich immer.

Eine der besten TV-Krimis der letzten Monate

Am 24. Januar ist die großartige Anna Loos als Helen Dorn wieder dran. Und die Folge "Bis zum Anschlag" ist schlichtweg einer der besten TV-Krimis der letzten Monate. Warum? Weil dieses dritte Abenteuer der schweigsamen Kommissarin verdammt spannend ist, weil die Darsteller hervorragend sind und weil die Handlung auf angenehm unprätentiöse Weise glaubwürdig ist und ohne überflüssige Mätzchen daher kommt. Wir sehen die Polizisten nicht umherstolpern und nuschelnd Phrasen von sich geben, sondern wir sehen, wie sie ermitteln, ihre Arbeit machen. Und das fasziniert, weil das Ganze dadurch einen packenden Realismus bekommt, der uns in die Geschichte hinein zieht und atemlos am Geschehen teilhaben lässt. Markus Imboden, der wohl beste Regisseur, der zur Zeit im deutschen Fernsehen arbeitet, hat diesen Film in seiner ruhigen, präzisen Art inszeniert. Imboden erzählt einfach eine Geschichte, statt uns mit Versatzstücken und Klischees auf den Wecker zu gehen oder die Ego-Trips von Schauspielern zu bebildern.

Und zwar erzählt er diese Geschichte: Eine junge Polizistin wird erschossen in der Wohnung ihres Freundes Daniel Weiss (Barnaby Metschurat) aufgefunden. Der Mann und dessen Tochter Lisa sind spurlos verschwunden. Erst gehen Helen Dorn (Anna Loos) und ihr Kollege Gregor Georgi (Matthias Matschke) von einer Beziehungstat aus. Doch schnell stellt sich heraus, dass Weiss, ein versierter Sportschütze, entführt wurde.

Der Mann befindet sich in der Gewalt eines zu allem entschlossenen Erpressers (Joachim Król), der einen Anschlag auf die Düsseldorfer Drogenszene ankündigt, um den Drogentod seiner Tochter zu rächen. Und diesen Anschlag soll Weiss mit einem Scharfschützengewehr ausführen, anderenfalls wird seine Tochter getötet. Die Kommissare setzen alles daran, den Entführer zu finden. Aber sie wissen nicht, wann und wo der Täter zuschlagen wird...

"Bis zum Anschlag" läuft am Samstag, dem 24.1. um 20.15 Uhr im ZDF