"Orang-Utans – Die unbekannten Menschenaffen"
Dem Waldmenschen so nah wie nie

  • von Friederike Hilz
Junge Orang-Utans bleiben etwa acht Jahre bei ihrer Mutter und lernen von ihr alles, was sie zum Überleben brauchen.
Junge Orang-Utans bleiben etwa acht Jahre bei ihrer Mutter und lernen von ihr alles, was sie zum Überleben brauchen.
© NDR Naturfilm/Zorillafilm

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Sie sind uns so ähnlich und doch so anders: Menschenaffen. Die preisgekrönte Dokumentation "Orang-Utans – Die unbekannten Menschenaffen" gibt bei ARTE mit spektakulären und seltenen Aufnahmen Einblicke in ihren Alltag in den Baumkronen Borneos – und warnt vor einer ungewissen Zukunft.

Hoch oben, in den grünen Baumkronen des Regenwaldes, muss die kleine Huyan schwindelfrei sein. Greift sie mit ihren beweglichen Fingern und Zehen hier daneben, dann fällt sie meterweit in die Tiefe. Das Orang-Utan-Mädchen wird womöglich in ihrem ganzen Leben kein einziges Mal einen Fuß auf den Boden setzen. Stattdessen schwingt sie – manchmal noch etwas unsicher – in 40 Metern Höhe gemeinsam mit ihrer Mutter Sati zwischen den ausladenden Ästen hin und her. Die zweiteilige Dokumentation "Orang-Utans – Die unbekannten Menschenaffen" (ARTE zeigt die beiden Filme direkt hintereinander) begleitet Mutter und Tochter in den Baumwipfeln der Pazifik-Insel Borneo. Selten kam der Mensch einem seiner nächsten Verwandten ohne zu stören in freier Wildbahn so nah.

Die Emmy-nominierten Naturfilmer Jens Westphalen und Thoralf Grospit tauchen mit moderner Drohnentechnik in die häufig noch unerforschte Welt der behäbigen "Waldmenschen" ein. Dafür wurden sie 2025 mit dem Naturfilmpreis ausgezeichnet. Sie filmen die junge Huyan dabei, wie sie immer geschickter klettert, wie sie mit ihrer Mutter auf Nahrungssuche geht und wie sie Gibbons, Pythons und Bären begegnet. Obwohl der Lebensraum der Orang-Utans in schwindelerregenden Höhen so fern der menschlichen Welt zu sein scheint, zeigen die Aufnahmen, wie viele Ähnlichkeiten sie und die Menschen dennoch haben.

Doch Huyans Leben und das ihrer ohnehin vom Aussterben bedrohten Artgenossen ist in Gefahr. Auf Borneo werden für Palmölplantagen riesige Flächen des Regenwaldes gerodet. Für einige Orang-Utans ist das ein Todesurteil. Andere, wie die kleine Addy, überleben als Waisen. Auffangstationen kümmern sich um die mutterlosen Jungtiere und bereiten sie auf ein Leben in Freiheit vor. Doch was, wenn der Mensch den Lebensraum der "Waldmenschen" immer weiter zerstört?

Orang-Utans – Die unbekannten Menschenaffen – Do. 11.06. – ARTE: 20.15 Uhr

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