"Der Wien-Krimi: Blind ermittelt – Tod im Weinberg"
Vom Heurigen über der Donau

  • von Eric Leimann
Lebenswertes Wien: Sonderermittler Haller (Philipp Hochmair, links) und sein Partner Niko (Andreas Guenther) lassen es sich im Weinberg oberhalb Wiens beim Heurigen gut gehen.
Lebenswertes Wien: Sonderermittler Haller (Philipp Hochmair, links) und sein Partner Niko (Andreas Guenther) lassen es sich im Weinberg oberhalb Wiens beim Heurigen gut gehen.
© ARD Degeto/Tivoli Film/Philipp Brozsek

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Das Erste wiederholt mit "Der Wien-Krimi: Blind ermittelt – Tod im Weinberg" von 2023 den achten Fall der Reihe um den blinden Sonderermittler Alexander Haller (Philipp Hochmair). Darin muss der Ex-Kommissar mit seinem "Schatten" Niko eine rätselhafte Entführung rund um einen Winzer-Clan aufklären,

Vor acht Jahren, am 5. Mai 2018, lief im ORF und im Ersten der Film "Blind ermittelt – Die toten Mädchen von Wien", der Auftakt der damals neuen Krimireihe. Philipp Hochmair spielte Alexander Haller, jenen Kommissar, der bei einem Anschlag sein Augenlicht und die Lebensgefährtin verlor und danach – lebensmüde – von einem in Wien gestrandeten Berliner Taxifahrer (Andreas Guenther) vorm Suizid bewahrt wurde. Ansonsten wohnte der blinde Ex-Kommissar als trauriger Dandy in einem alten Grandhotel, das seiner Familie gehörte. Klar: "Blind ermittelt" sollte vielleicht mal eine etwas andere Krimiserie in der deutschsprachigen Krimilandschaft werden. Doch aus dem Zwitterstart zwischen Skurrilität und Gewöhnlichem wurde schon bald eher Dienst nach Vorschrift.

Mittlerweile werden pro Jahr zwei Filme im Wochenrhythmus gezeigt. Das Etikett "Der Wien-Krimi" wurde nur dem deutschen Publikum als zusätzliche Orientierung mit auf den Weg gegeben, denn pittoreske Ermittlungs-Standorte sind wichtig auf dem Donnerstags-Sendeplatz des Ersten. Die Lebensmüdigkeit und das Hotel sind mittlerweile Geschichte und die Anflüge von Skurrilität weitgehend auch. Im achten von bisher 13 Fällen der Reihe, "Der Wien-Krimi: Blind ermittelt – Tod im Weinberg" (2023), den das Erste nun wiederholt, bekommen es Sonderermittler Haller und Niko Falk (Guenther) mit einer Entführung zu tun. Der 22-jährige Paul Rauch (Julian Waldner) wird auf der Straße gekidnappt. Kurz darauf taucht er in einem Erpresservideo auf – und bittet um Hilfe!

Vom Dandy-Ermittler zum Blindenwitze-Reißer

Zwei Millionen Euro sollen die Angehörigen besorgen, und sie haben dafür nur 48 Stunden Zeit. Pauls Mutter (Nina Kronjäger) möchte die Polizei aus der Angelegenheit heraushalten, was die "Privaten" Haller und Falk ins Spiel bringt. Die Recherchen des "Blind ermittelt"-Duos führen alsbald in die Weinberge oberhalb Wiens. Die Heimat des berühmten Heurigen – sowohl des Weines als auch der ebenso betitelten Gasthäuser.

Insofern probiert sich der Krimi auch ein bisschen an einer kritischen Erzählung jener Szene: Der dortige Weinbauer Tomasek (Martin Leutgeb) gerät ebenso als Verdächtiger ins Visier wie andere Mitglieder der Szene wie Leo (Daniel Langbein). Nebenbei der Bruder von Pauls Schwarm Rita (Lisa-Lena Tritscher) und jemand, der mit Drogen zu tun hat. Schließlich gibt es da noch Pauls reichen Onkel Heinrich (Fritz Karl) – wohl der Einzige in der Familie, der eine entsprechende Summe auftreiben könnte, welche die Entführer fordern. Trotz all dieser Spuren stecken Haller und Falk in ihrem Fall irgendwie fest. Derweil drängt die Mutter des Entführten auf die Geldübergabe.

Schauplatz des achten "Wien-Krimis" sind die Hänge der Gemeinde Grinzing, deren Heurigen-Tradition bis ins Mittelalter zurückreicht. Nebenbei thematisiert der Krimi den zunehmenden Qualitäts- und Wettbewerbsdruck, dem sich die Familienbetriebe in der Region stellen müssen, die seit Generationen den weltberühmten "Jungwein" herstellen. Wettbewerbsdruck war es wohl auch, der mittlerweile fast sämtliche Ecken und Kanten aus dem einstigen Dandy-Krimi entfernt hat, denn Alexander Haller geht mittlerweile – bis auf ein paar schlagfertige Blinden-Gags – als ganz normaler Ermittler durch. Eher zusammengebaut nach üblichen Krimi-Bausatz-Mustern wirkt auch der Fall (Drehbuch: Mike Majzen und Nora Friedel, Regie: Till Franzen). Aber: Um die fünf Millionen Zuschauer schalten bis heute pro Folge ein, bei der Erstausstrahlung von "Tod im Weinberg" sogar noch 5,59 Millionen.

Der 13. und aktuell letzte neue Film der Reihe, "Geister der Vergangenheit", war im September 2025 zu sehen. Zwei weitere "Wien-Krimis" wurden seitdem abgedreht, die Ausstrahlungstermine stehen noch nicht fest.

Der Wien-Krimi: Blind ermittelt – Tod im Weinberg – Do. 11.06. – ARD: 20.15 Uhr

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