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Dieter Pfaff in "Das Labyrinth": "Blochs" vorletzter Fall

Der verstorbene Dieter Pfaff spielt in "Bloch" zum vorletzten Mal den eigensinnigen Psychotherapeuten. Er muss sich in der neuen Folge nicht nur um die kaputten Beziehungen anderer kümmern.

Der unkonventionelle Psychotherapeut "Bloch" war eine von Dieter Pfaffs bekanntesten Rollen. In dem Film "Das Labyrinth" an diesem Mittwoch um 20.15 Uhr wird sich Pfaff zum vorletzten Mal in der ARD-Reihe als Maximilian Bloch um seine Patienten kümmern. Die Dreharbeiten hatten im Februar vergangenen Jahres begonnen - noch vor Pfaffs Krebsdiagnose. Im Alter von 65 Jahren war er in der vergangenen Woche an Lungenkrebs gestorben.

In der 23. Folge muss sich Bloch auch mit seiner eigenen Beziehung auseinandersetzen. Lebensgefährtin Clara (Ulrike Krumbiegel) hat einen Liebhaber, Bloch erträgt die Situation kaum. Fast nebenbei muss er sich um den Versicherungsmathematiker Jens (Devid Striesow) kümmern, der seine schwangere Freundin schlägt. Bei der gemeinsamen Therapiesitzung muss Bloch allerdings feststellen, dass Andrea (Birgit Minichmayr) ihren Freund manipuliert. Als Bloch ihre Lügen aufzudecken droht, zeigt sie ihn wegen eines vermeintlichen Übergriffes an. Bloch muss seine Praxis schließen.

Der Therapeut ist in diesem Fall unter der Regie von Dror Zahavi wieder mit seiner Arbeit verheiratet. Er will die hoffnungslose Verbindung zwischen Jens und Andrea retten, die sich nur um Streit, Gewalt und Verletzung dreht. Dabei geht Blochs eigene Beziehung in die Brüche. Als er einen Anruf von Jens im Schlafzimmer annimmt, flieht Clara. "Stell mal eine Blume ins Fenster und gib ihr zwei Wochen kein Wasser - so komme ich mir hier vor", wirft sie ihm vor.

Birgit Minichmayr ätzt, nervt und schreit

Die Besetzung neben Dieter Pfaff ist prominent. Die österreichische Theaterschauspielerin Birgit Minichmayr ("Gnade") ätzt und nervt und schreit. Der neue Tatort-Kommissar Devid Striesow ("Drei") steht dann mit großen Augen daneben. Sympathie wecken kann der naive und prügelnde Mathematiker aber nicht.

Kein Wunder, dass die unter Spannung stehenden Figuren immer wieder Kriegsrhetorik einflechten und sich im Laufe des Films denselbigen erklären. "Sie sind beide im Krieg - wenn Sie wollen, dann führe ich sie durch die Friedensverhandlungen", sagt Bloch zu Beginn der Therapie. Später hat er eine andere Losung: "Wer kapituliert, hat die Macht, den Krieg zu beenden".

Clara will Bloch, doch flüchtet in die Arme eines anderen

Der Titel "Das Labyrinth" könnte nicht besser passen. In der Geschichte geht es zwischen Streit und Versöhnung hin und her. Bloch ist angeklagt und wird rehabilitiert. Clara will Bloch und flüchtet sich doch in die Arme eines anderen. Es geht um die Beziehung eines Paares und doch um sehr viel mehr. Die Hintergründe bleiben lange unklar, aber die Auflösung bringt wenig Befriedigung.

Dieter Pfaff zeigt viele Facetten, weint und ist verzweifelt, tritt eine Tür ein und ist gemein. Ihm zuzusehen wiegt so manche Längen und unverständliche Zusammenhänge im Film auf. Leider wird "Das Labyrinth" sein vorletzter Fall sein. Ende April zeigt das Erste noch die Folge "Die Lavendelkönigin", die im Sommer 2012 gedreht wurde.

Anna Schürmann, DPA / DPA