Doris J. Heinze NDR feuert Fernsehfilmchefin


Der NDR trennt sich mit sofortiger Wirkung von seiner Fernsehfilmchefin Doris J. Heinze. Die mehrfach Drehbuchaufträge von ihrem Ehemann angenommen - der allerdings unter einem Pseudonym schrieb. Jetzt hat sich Heinzes Anwalt zu Wort gemeldet.

Der Anwalt der suspendierten NDR- Fernsehspielchefin Doris J. Heinze hat am Freitag eingeräumt, dass seine Mandantin Drehbücher von ihrem Ehemann unter einem Pseudonym schreiben ließ. "Diese Tatsache ist in vier Fällen unstrittig", sagte der Hamburger Rechtsanwalt Gerd Benoit am Freitag. Auf die vom Norddeutschen Rundfunk (NDR) angekündigte fristlose Kündigung der 60-jährigen Heinze werde er jedoch mit einer Kündigungsschutzklage reagieren.

Der NDR hatte am Donnerstag mitgeteilt, sich mit sofortiger Wirkung von Heinze zu trennen. In den Jahren 2001 bis 2009 habe ihr Mann fünf Drehbuchaufträge für Fernsehfilme, die er unter dem Pseudonym Niklas Becker schrieb, eingereicht. Der NDR sei durch Recherchen der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) auf den Fall aufmerksam geworden. Anwalt Benoit sagte, es handele lediglich um vier Drehbücher, da ein Fall zur Zeit "rückabgewickelt" werde.

"Kein Betrug, bestenfalls Vertrauensbruch"

Laut "SZ" hatte niemand beim NDR gewusst, dass Becker in Wirklichkeit der Ehemann von Heinze ist. "Gegen unlauteres Verhalten gibt es keinen absoluten Schutz", sagte NDR-Intendant Lutz Marmor. Nach den ersten Hinweisen sei der Fall intensiv geprüft worden. "Die inzwischen vorliegenden Erkenntnisse haben uns keine andere Wahl gelassen, als uns von Frau Heinze zu trennen." Zunächst übernahm der zuständige Programmbereichsleiter Thomas Schreiber die Leitung der Fernsehfilmredaktion.

Anwalt Benoit sagte weiter, dem NDR sei durch Heinzes Handeln kein Schaden entstanden. "Es liegt kein Betrug vor, bestenfalls ein Vertrauensbruch." Die Entscheidung, wer Bücher schreibe und wer die Filme produziere, treffe Frau Heinze im übrigen nicht alleine. Die vier Drehbücher sind von der zur MME Moviement AG gehörenden Münchner AllMedia Pictures GmbH verfilmt und mit dem NDR abgerechnet worden, hieß es vom Sender. Zwei Mitarbeiter wurden dort zunächst beurlaubt

DPA DPA

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