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Sportler im Dschungelcamp: Auf dem Platz spitze, im Camp fast immer Versager

Thomas Häßler geht ins Dschungelcamp. Er wird Nachfolger einer langen Reihe von Spitzensportlern, die sich in der TV-Show versuchten. Meist mit mäßigem Erfolg. 

AiltonAilton im Dschungelcamp

Ailton im Dschungelcamp: Schlafen, essen, von vorne - so sah der Tagesablauf des Ex-Fußballmeisters aus.

Erinnern Sie sich noch an Ailton im Dschungelcamp? Nein? Kein Wunder. Der moppelige Ex-Bremer, ehemaliger Deutscher Meister und Torschützenkönig der Bundesliga, lag die meiste Zeit faul in der Hängematte. Um die Dschungelprüfungen drückte sich Ailton in der sechsten Staffel von "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" so gut es ging. Musste er doch mal ran, kamen nur wenige Sterne dabei heraus. Ehrgeiz, Höchstleistung oder gar Spielfreude - die hatte der Brasilianer offenbar zuhause gelassen. Mit seinem nuschelnden Deutsch und seiner Gutmütigkeit brachte er es nur auf Rang 6. Kein Champions-League-Platz.

Wenn Thomas Häßler im kommenden Jahr ins Dschungelcamp einzieht, wird er der Nachfolger einer langen Reihe von Spitzensportlern, die bereits an der TV-Show teilgenommen haben: Carlo Thränhardt, Jimmy Hartwig, Eike Immel, Norbert Schramm, Thomas Rupprath oder eben Ailton. Doch Vorbilder sollten sie für Häßler keine sein, denn die meisten Athleten bei "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" haben jämmerlich versagt.

Im Dschungelcamp versagen die meisten Sportler

"Kugelblitz" Ailton ist nur ein Beispiel von vielen Leistungsverweigerern. Leichtathlet Carlo Thränhardt landete in der ersten Staffel der RTL-Show nur auf Rang neun und langweilte die Zuschauer noch mehr als Eiskunstläufer Norbert Schramm in der vierten Staffel. Auch Schwimmstar Thomas Rupprath machte in Staffel 5 weniger durch seine Agilität, als mit Entschleunigung von sich reden. Oder um mit Mehmet Scholl zu sprechen: Er hat sich wund gelegen.

In schlechter Erinnerung blieb auch Eike Immel. Der schlich 2008 apathisch durch den "Terrortunnel", hatte Angst vor Ratten und Spinnen, holte gerade mal vier von zehn möglichen Sternen. Ein Armutszeugnis für den ehemaligen Nationaltorhüter. Noch schlechter war im Vergleich nur Jimmy Hartwig. Der Ex-Fußball-Profi brach seine Dschungelprüfung "Perlentaucher" sogar ab. Ein sportliches Vorbild? Höchstens für seinen Ex-Verein,  den HSV, der in dieser Saison auch mit Totalverweigerung Schlagzeilen macht.

Woran liegt die miserable Sportler-Bilanz? 

Doch woran liegt es, dass vor allem Spitzensportler im Dschungelcamp meist als Versager und nicht als Gewinner auffallen? Zum einen an ihrer Selbstüberschätzung: Ein Elfmeterkiller kann eben alles - auch wenn das Jahre und etliche Leistungschecks her ist. Zum anderen sind meist die Gescheiterten im Camp. Diejenigen, die finanziell in Schieflage geraten sind und keinen Job als Trainer oder Kommentator bekommen haben. Das Wort "ehemalig" ist für sie zum Synonym geworden. Sie nehmen am Dschungelcamp nicht aus Spaß oder aus sportlicher Herausforderung teil, sondern wegen des Geldes. Keine gute Voraussetzung.

Eine rühmliche Ausnahme gibt es: Thorsten Legat. Der ehemalige Deutsche Meister rockte alle Dschungelprüfungen und legte genau den Ehrgeiz an den Tag, den die Zuschauer sehen wollten. Belohnt wurde er mit dem dritten Platz. Wenn sich Thomas Häßler ein Vorbild nehmen sollte, dann Legat. Kasalla!

mai