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Dschungelcamp 2014, Tag 13 Es geht ein Riss durchs Camp


Das Lager ist gespalten: Während man auf der einen Seite weiterdöst, werden an anderer Stelle die Messer gewetzt. Besonders Genosse Glatzeder gibt Anlass zur Sorge.
Von Ingo Scheel

Ging Ihnen das auch so? Als am Tage die Meldung die Runde machte, der Bertelsmann-Konzern würde sich in Kürze der Restaurierung eines alten Stummfilm-Klassikers annehmen, wurde einem direktemang warm ums Herz. Endlich, endlich kümmert sich mal jemand um Tanja Schumann. Aber nichts da. Der olle Gruselschinken "Das Kabinett des Dr. Cagliari" war gemeint. Das wundgesessene Schweigegelübde dagegen würde auch weiterhin auf sich selbst gestellt sein. Und das vor allem im Dschungelcamp, jenem Ort der Verdammnis für die ehemalige Wochenend-Grimasseuse.

Nachdem am Vortage Gabby das Heimfahrt-Ticket löste, wurde Tanja auch an Tag 13 wieder kurz aus dem Wachkoma geholt, um ihr den "Du bist es vielleicht"-Satz ganz behutsam hinters Stirnband zu klemmen. Und siehe da - Murmeltiertag am Lagerfeuer. Erneut traf es nicht sie, sondern in diesem Falle den Mann mit der Mütze, Marco Angelini. Der war zuletzt auf dem Weg zur Dschungelprüfung augenscheinlich nicht nur seiner Testikel verlustig gegangen, auch die hartnäckigsten Supporter hatten sich aus dem Staub gemacht. Wie hieß noch die letzte Single des singenden Doktors aus der Steiermark? Genau: "Wunder gibt es immer wieder". Das hier dürfte keines mehr werden. Servus, grüezi, ab dafür.

Die Einschläge kommen näher

Im Gegensatz zur der mittlerweile schier unglaublichen Geschichte von Dekubitanja - die erfährt nämlich eine weitere Fortsetzung. Die Sitzenbleiberin fristet down under mindestens weitere 24 Stunden auf Pflegestufe 2 bis 3. Es scheint ein Kult um das Schumännchen im Gange zu sein. Irgendwo in einem Kriechkeller sitzen womöglich die alten Weggefährten Tommy Krappweis und Marco Rima und erweisen der alten Co-Komödiantin - im Gefolge Tausender Anrufer - einen Bärendienst und bimmeln immer wieder bei RTL an. Na wartet, wenn ihr nächstes Jahr ins Lager kommt. Die "Vielleicht-Königin" jedenfalls ist weiter an die Pritsche gefesselt.

Doch während die das mittlerweile fast entspannt zur Kenntnis nimmt, liegen andernorts die Nerven mehr und mehr blank. Vor allem Wirrfried Glatzeder spürt, wie die Einschläge näher kommen. Diesmal war Melanie die Zielscheibe seines manischen Monologs: "Die hat ne' Meise. Sie hat diese merkwürdige Oberschwester-Art. Die macht mich wahnsinnig. Diese altkluge Art. Wie kann eine 25-Jährige so eine selbstbewusste Haltung haben?", keifte er. Da konnte auch Bendel kaum bändigen. "Als wenn sie eine junge Feldwebelin der Volksarmee der ehemaligen DDR wäre. Ich weiß nicht, in welchem Elternhaus sie aufgewachsen ist", legte Glatzferatu nach.

"Ich habe Angst vor dir"

Und als wäre das nicht genug, geriet der onkelhafte Gewaltherrscher auch noch mit Larissa aneinander. Die sich lichtenden Reihen im Camp bereiten Glatzeder dabei zunehmend Sorge. Vor allem der Gedanke an eine Nacht allein mit Sissi in spe lässt ihn zittern: "Dann packe ich mein Messer unters Kopfkissen. Ich habe Angst vor dir", outete sich der Schauspieler, der auch äußerlich noch einmal eine Veränderung mit- und durchgemacht hat. War zuletzt die Geisterbahn seine optische Heimat, sieht er mittlerweile aus wie Frank Spilkers Cousin, der das Haarteil von Costa Cordalis aufträgt.

Und wie ernst er es mit seinen Drohungen meint, musste Larissa selbst am eigenen Leib erfahren. Als Lohn für die absolvierte Dschungelprüfung - Bendel musste in den Darkroom und sich von Ratten bekrabbeln lassen - gab es ausgerechnet Krokodilfleisch. Das fasste Larissa denn auch nur kurz und extrem angeekelt an, um spontan die feuchten Finger an des Winfrieds Wams abzuwischen. Wie von der Tarantel gestochen, landete Crocodile Ali daraufhin direkt eine gestochene Grade an der Schulter seiner Kontrahentin. "Float like a butterfly, sting like a bee" - für Cassius Clay ist man wohl auch im Osten des Nachts aufgestanden. Der Vollständigkeit halber sei gesagt: Die Entschuldigung folgte auf dem Fuße.

Nun denn - drei Tage bis Buffalo und man hat das Gefühl, das Gröbste ist immer noch nicht ausgestanden. Wie sagte Larissa doch so treffend zu Winfried: "Ich hab' auch Angst vor dir! Aber lass uns jetzt hier nicht den Teufel an die Wand malen. Es kommt am Ende doch eh immer so, wie man es nicht gedacht hat." Beim letzten Satz schien sogar Tanja Schumann kurz noch einmal wach zu werden.


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