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"Inakzeptabel und beleidigend" Ukrainischer Minister beschwert sich bei Netflix über "Emily in Paris"

Emily in Paris
Lily Collins als Emily mit Daria Panchenko als Petra in einer Szene der zweiten Staffel von "Emily in Paris"
© Netflix
Weil die Netflix-Serie "Emily in Paris" eine Ukrainerin unter anderem als Kleptomanin darstellt, hat sich ein ukrainischer Minister beim Streamingdienst beschwert. Die Show gilt als extrem stereotyp.

Erfolg für die zweite Staffel von "Emily in Paris": Die Serie rund um die Amerikanerin Emily, die nach Paris zieht und dort einen Kulturschock erleidet, ist momentan unter den Top Ten der meist gesehenen Netflix-Shows weltweit. Und das, obwohl sie bei vielen als sogenannter "hate watch" gilt: Die Show wird geguckt, um sich darüber aufzuregen. Aufgeregt hat sich nun sogar die Politik.

Oleksandr Tkachenko, Minister für Kultur in der Ukraine, hat sich offiziell bei Netflix über eine stereotype Darstellung beschwert. Denn in einer Folge macht Emily, gespielt von Lily Collins, die Bekanntschaft mit der Ukrainerin Petra, gespielt von Daria Panchenko. Doch die entpuppt sich schnell als Kleptomanin, Emily muss die neue Freundin loswerden. Das sorgt für Unmut bei Tkachenko. "Wir haben eine Karikatur einer Ukrainerin, die inakzeptabel ist. Sie ist auch sehr beleidigend", schimpft der Politiker. "Sollen so Ukrainer im Ausland gesehen werden? Als Leute, die stehlen, die alles umsonst haben möchten und Angst vor Abschiebung haben? Das sollte nicht so sein", wird Tkachenko zitiert.

"Emily in Paris" strotzt vor Klischees

Es ist nicht das erste Mal, dass "Emily in Paris" Kritik für die übertriebene Darstellung von Klischees erhält. Die Serie gilt als sehr stereotyp, manifestiert immer wieder Vorurteile über Frankreich und die USA. In einem Interview hat Hauptdarstellerin und Produzentin Lily Collins kürzlich gesagt, dass sie deshalb die zweite Staffel bewusst diverser und inklusiver gestalten wollen. Es hätte gewisse Aspekte in der Kritik gegeben, die etwas über die heutige Zeit aussagten, und darüber, was das Richtige, Moralische und Korrekte sei und getan werden müsse. "Ich wollte Diversität und Inklusion vor und hinter der Kamera in den Mittelpunkt stellen", sagte Collins.

Netflix habe auf die erneute Kritik diplomatisch reagiert, sagte Tkachenko. "Sie haben mir für das Feedback gedankt", so der Minister. Man wolle 2022 in engem Kontakt bleiben, um solche Fälle in Zukunft zu verhindern.

Quellen: "Mirror","Elle UK"

sst

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