Glücksspiel Aus für Günther Jauchs SKL-Show


Herber Schlag für Günther Jauch: Die niedersächsische Landesmedienanstalt hat weitere Folgen der SKL-Show untersagt. Den Medienwächtern zufolge macht die Sendung gesetzwidrige Werbung für ein Glücksspiel. Auch andere Shows könnten betroffen sein.

RTL streicht "Die 5 Millionen SKL Show" mit Günther Jauch. Der Grund: Seit Anfang des Jahres ist Werbung für Glücksspiele gesetzlich verboten. Der Sprecher des Kölner Senders, Frank Rendez, sagte am Donnerstag der Nachrichtenagentur AP: "Aufgrund der derzeitigen Rechtslage haben wir die SKL-Show aus der Planung genommen."

Prominente mussten Fragen beantworten

Die Süddeutsche Klassenlotterie rechnet indessen mit einer Fortsetzung der Show unter anderen Bedingungen. Bisher hat es zwei Ausgaben der SKL-Show gegeben - eine im Sommer und eine im Winter, zuletzt Ende 2007. Kandidaten konnten über ein Spiellos auf den "heißen Stuhl" gelangen und fünf Millionen Euro gewinnen, wenn Prominente genug Fragen für sie beantworteten.

Die für RTL zuständige Niedersächsische Landesmedienanstalt (NLM) hat dem Sender Anfang Juli auf Anfrage mitgeteilt, "dass die Show in dieser Form nicht mehr zulässig ist", wie der Direktor Reinhold Albert der AP mitteilte. Die SKL in München meint dagegen, dass die Jauch-Show unter eine Ausnahmeregelung fällt.

Änderungen an der Show

Das bayerische Innenministerium unterstütze im Namen der Glückspielaufsichtsbehörde diesen Standpunkt, wenn im Rahmen der Show Modifizierungen vorgenommen würden. "Dazu gehören unter anderem der Verzicht auf das Telefongewinnspiel und die Nennung der Kandidatenhotline", erklärte die Klassenlotterie. Grundsätzlich handele es sich nach Auffassung des Innenministeriums bei der SKL-Show um einen redaktionellen Programmteil.

Seit Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrages gebe es in der gesamten Branche eine große Verunsicherung, sagte NLM-Direktor Albert. Sat.1 hat keinen Vertrag mehr mit der Norddeutschen Klassenlotterie (NKL). Die Sprecherin des Berliner Senders, Kristina Faßler, sagte der AP, die Kooperation sei im September vergangenen Jahres ausgelaufen. Sie betraf die Sendung "Mega Clever! Die NKL-Show" mit Barbara Eligmann und Wigald Boning. Nach Ansicht des Deutschen Lottoverbands muss Sat.1 mit dem Verbot der Game-Show "Deal or no Deal" rechnen. Die zuständige Landeszentrale für Medien und Kommunikation teilte mit, sie sehe "keinen Handlungsbedarf".

Der Lottoverband fürchtet auch um die Sendungen "Aktion Mensch" (ZDF), die ARD-Fernsehlotterie "Ein Platz an der Sonne" und die NDR-Umweltlotterie "Bingo". Die Übertragung der Ziehung der Lottozahlen, die der Hessische Rundfunk für die ARD ausstrahlt, ist vom Glücksspielstaatsvertrag nicht betroffen. Es sei keine Unterhaltungsshow, sondern eine Informationssendung, erklärt dessen Sprecher Tobias Häuser. "Es handelt sich auch keineswegs um eine Werbesendung für die staatlichen Lotto-Gesellschaften. Deshalb erhält der Hessische Rundfunk für die Sendung auch keinerlei Zahlungen."

Ab 1. Januar 2009 ist Lottospielen im Internet verboten. Norman Faber, Präsident des Deutschen Lottoverbands, kritisierte, 35.000 Arbeitsplätze stünden damit auf dem Spiel, und den Bundesländern würden jährlich mehr als eine 1 Milliarde Euro fehlen. "Hier wird mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Es ist kein einziger Nur-Lotteriespieler mit einem Glücksspielsucht-Problem bekannt", meinte Faber.

AP AP

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker