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Gottschalks Abschied von "Wetten, dass..?": Früher hätte er den Unfall wegmoderiert

Unmittelbar nach seiner Sendung gab Thomas Gottschalk der Süddeutschen Zeitung ein Interview. Dabei gewährte er einen tiefen Einblick in seine Gründe für den Abschied.

Fast 25 Jahre moderierte der "Thommy" die Sendung "Wetten, dass..?". Kurz nach der Sendung führte Thomas Gottschalk ein Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung und gewährte dabei einen tiefen Einblick in die Gründe für seine Entscheidung aufzuhören.

Dabei scheint fast Erleichterung durch, am 04. Dezember einen Stoß des Schicksals in die richtige Richtung bekommen zu haben. "Das sind Zufälle im Leben," so Gottschalk in dem Interview, "die man sich nicht wünscht, aber manchmal öffnet sich eine Tür, durch die man dann auch gehen muss." So hatte er die Gelegenheit auf der Höhe seiner Kunst abzutreten. Wichtig ist Gottschalk, den richtigen Zeitpunkt für seinen Rücktritt gewählt zu haben. "Das Schlimmste, was mir hätte passieren können, ist, dass ich zum Einstieg meinen Abschied verkünde und hinterher eine Sendung abliefere, mit der ich beweise, dass der Rücktritt ohnehin überfällig war." Selbst seinem eigenen Abschied gewinnt der Moderator die positive Seite ab. Sich selbst sieht der Showmaster mit der gleichen, lockeren Unverkrampftheit mit der er seine Show moderierte. Ein Rücktritt im Showgeschäft sei nichts Dramatisches, wiegelt Gottschalk die aufkommenden Trauerreden ab. "Ich weiß genau, dass wir alle etwas treiben, was im Grunde keiner braucht. Ich habe mich nie ernster genommen, als es mir zusteht, weder beruflich noch privat." Dass man versucht habe ihm den Rücktritt auszureden, sei normal, das habe er auch erwartet.

Tief betroffen zeigt sich Thomas Gottschalk vom schrecklichen Unfall seines Wettkandidaten. Großen Wert legt er im Gespräch darauf, dass sein Rücktritt nicht auf Samuels Gewissen liege. Aber einmal geschehen, werde der Unfall seine Show und Moderation verändern. Zuerst habe er gehofft, dass sich bei Samuel alles schnell zum Besseren wende, aber nun müsse er sich einer neuen Realität stellen. Die Sicherheitsanforderungen werden immer höher aber auch die Unbefangenheit, ohne die er nicht arbeiten könne, sei verloren gegangen.

Ein neuer Modertor, habe diese Probleme nicht, hofft Gottschalk. Aber er sehr wohl. Auf Dauer so seine Befürchtung hätte die Sendung Schaden genommen. Das Verständnis nach dem schrecklichen Unfall sei groß. "Aber wenn sich beim Kollegen Bohlen irgendjemand einen Silvesterkracher in den Hintern steckt und bei mir ist Kinderfasching, wird schnell die Fernbedienung zum Einsatz kommen," sagt der Medienprofi.

Mehrmals spricht Gottschalk auch von seinem Alter. Als junger Mann hätte er Samuels Unfall als Betriebsunfall "wegmoderiert": "Warum sollte das meine Karriere killen, die doch gerade erst begonnen hatte?" Aber so könne er heute nicht mehr denken: " Hier muss ich eine Realität akzeptieren und für mich einen neuen Anfang setzen."

Kra