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George R.R. Martin "Game of Thrones"-Schöpfer spricht über das umstrittene Ende – und erklärt, was er beim Nachfolger anders macht

Die Fantasy-Serie "Game of Thrones" dient in den vergangenen Jahren immer häufiger als Anregung für Vornamen
Das Ende von "Game of Thrones" ist umstritten
© DPA
Wegen des Endes waren viele Fans von "Game of Thrones" enttäuscht. Erfinder George R.R. Martin glaubt beim Nachfolger "House of the Dragon" an den Neustart – und will vieles anders machen.

Drei Jahre ist es her, dass die letzte Folge von "Game of Thrones" über die Bildschirme flimmerte. Und viele Fans extrem enttäuscht zurück lies. Nun ist mit "House of the Dragon" die erste Nachfolge-Serie angelaufen. Kurz vor dem Start hat sich Erfinder George R.R. Martin in einem seltenen Interview klar zum umstrittenen Ende positioniert. Und erklärt, warum es dieses Mal anders kommen wird. 

In der "New York Times" hält sich Martin mit der Kritik an der Hauptserie kaum zurück. Die meisten Fans hätte weniger das Ende an sich gestört, glaubt er. "Es geht weniger darum, was passierte – auch wenn es darüber auch Beschwerden gibt –, sondern viel mehr darum, dass alles so plötzlich kommt. Es nicht richtig aufgebaut wurde", erläutert er die Kritik, die ihn erreichte. Tatsächlich klagten nach dem Ende viele Zuschauer, dass die zahlreichen Handlungen in kürzester Zeit abgefrühstückt wurden, manche Entwicklungen dadurch unglaubwürdig und die Entscheidungen der Figuren fehl am Platz wirkten. Martin scheint diese Kritik zu teilen.

Game of Thrones: Das lief beim Ende falsch 

"Sie haben immer gesagt, sie wollen sieben Staffeln", sagte er über die Produzenten David Benioff und D.B. Weiss. Die deutlich kürzere achte Staffel sieht Martin letztlich nur als zweite Hälfte der Siebten. Er selbst habe immer für mehr gekämpft. "Diese Schlacht habe ich verloren" gibt er sich resigniert. "Es hätte genug Material gegeben um zehn oder gar zwölf zu machen", ist er überzeugt. "Es wäre besser gewesen." Tatsächlich habe er im Laufe der Jahre aber auch viel Kontrolle abgegeben. Am Anfang habe er noch sehr aktiv an der Serie mitgewirkt, hätte selbst Skripte geschrieben, die der anderen gelesen, das Set besucht und die Casting-Entscheidungen persönlich abgesegnet. "Irgendwann wurde das aber weniger und weniger."

Bei "House of the Dragon" soll das anders werden. Die Serie sei sein Leidenschaftsprojekt aus den zahlreichen Ideen für Spin-offs. "Es hat alles, was ich für einen erfolgreichen Nachfolger als wichtig erachte. Es hat die Intrige um den Eisernen Thron, es hat die großen Häuser im Konflikt miteinander. Es hat Drachen – viele Drachen –, es hat Schlachten und Verrat", schwärmt er.  Doch es gebe auch Unterschiede. Obwohl er viele der gängigen Klischees in seinen Büchern gebrochen habe, sei die "Game of Thrones"-Vorlage, die Buchreihe "Ein Lied von Eis und Feuer", immer noch in vielerlei Hinsicht klassische Fantasy, erläutert er. "'House of the Dragon' ist eher eine Geschichtsserie mit gelegentlich eingestreuten Drachen. Es hat etwas von einem Shakespeare-Drama", findet Martin. 

Kommt das "Game of Thrones"-Universum?

Tatsächlich würde er gerne mehr Serien aus der Welt von Westeros sehen, die dann einen unterschiedlichen Ton haben sollen. Als Vorbild nennt er Disneys Umgang mit den "Star Wars"- und Marvel-Universen, in denen einzelne Projekte mal witzig, mal sehr ernst, mal als Western oder Spionageserie erzählt werden. Er selbst arbeite an mehreren Projekten, manche animiert, andere mit Schauspielern, um ähnliches zu schaffen. "Die werden natürlich nicht alle auch umgesetzt werden, aber ich hoffe wenigstens einige von ihnen." 

Eher nebenbei versucht er auch weiter, die beiden letzten Bände des "Liedes von Eis und Feuer" zu beenden. Und obwohl viele Ideen zum Ende der Serie von ihm gestammt hätten, würden die Bücher sich langsam davon entfernen. "Je weiter ich komme, desto mehr verändert die Geschichte sich, entwickeln sich neue Ideen. Und Figuren führen mich in Richtungen, die sich von der Serie entfernen", erklärt er. "Wenn die Bücher fertig sind, wird mein Ende ein anderes sein. Es wird Ähnlichkeiten geben, einige wichtige Momente", führt er aus. "Und am Ende wird das Publikum entscheiden, welches Ende es lieber mag."

Quelle: New York Times

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