Wehrpflicht oder Freiwilligkeit – das ist heute die Frage, vor der die Bundeswehr 70 Jahre nach ihrer Gründung steht. Nachdem Putin die Ukraine überfiel und Donald Trump mit dem Verlassen der NATO drohte, werden wieder mehr Soldaten gebraucht, aber auch die Ausrüstung erwies sich nicht kriegstauglich und mehr als mangelhaft. Grund genug für den ZDF-Zeitgeschichtler Jörg Müllner, auf die wechselvolle Geschichte der Armee zurückzublicken.
Erinnert wird im Film "Kriegstüchtig? – 70 Jahre Bundeswehr " an die umstrittene Gründung 1955, an die Zeit des Kalten Krieges und die Auslandseinsätze nach der Wende auf dem Balkan und in Afghanistan. Und schließlich an den jüngsten Schock der "Zeitenwende" nach Putins Überfall auf die Ukraine und der Drohung Donald Trumps, die Gemeinsamkeit in der NATO zu beenden. Ein Blick zurück: Mit der neuen Mitgliedschaft in der NATO wurden im November 1955 die ersten Freiwilligen der Bundeswehr ernannt. 1956 trat die allgemeine Wehrpflicht in Kraft, die nun wieder im Bereich des Möglichen erscheint.
Die Geschichte der Bundeswehr wird im 90-Minüter vor allem anhand der Schilderung ehemaliger und jetziger Soldaten erzählt. Subjektive Erfahrungen – unter anderem bei Auslandseinsätzen – stehen im Vordergrund. In Afghanistan erlebten die Deutschen erstmals einen Einsatz mit vielen Toten und Verletzten, zudem wurde der Einsatz nach dem Rückzug letztlich als Niederlage empfunden.
Inzwischen ist jedoch die Selbstverteidigung wieder in den Vordergrund gerückt. "Inwieweit sind junge Deutsche willens, die Freiheit und die Werte Europas auch als Soldaten zu verteidigen?", fragt Müllner. Zudem überprüfen Militär- und Sicherheitsexperten, ob und wie der Anspruch der Bundeswehr auf deutsche und europäische Sicherheitinteressen umzusetzen sei.
Kriegstüchtig? – 70 Jahre Bundeswehr – Do. 21.05. – ZDF: 22.15 Uhr