Am 11. Juni, um 21.00 Uhr deutscher Zeit startet die WM 2026 in Mexiko City mit der Eröffnung zwischen Mexiko und Südafrika. Es ist die umfangreichste aller bisherigen Weltmeisterschaften mit 48 Teilnehmern in 104 Partien. Gespielt wird in drei Ländern und drei Zeitzonen, in Kanada, USA und Mexiko. Die Reiseaktionen zwischen den 16 Spielorten sind beträchtlich. Wissenschaftler haben eine Verdoppelung des CO2-Ausstoßes gegenüber bisherigen Weltmeisterschaften nachgewiesen. Der ZDF-Umweltreporter Sherif Rizkallah geht dem in einer neuen Ausgabe der Serie "Greenwashed?" vor Ort auf den Grund und kommt dabei zu dem Urteil: "Grün ist hier nur der Rasen."
Alle Stadien sind bereits vorhanden, es werden keine neuen gebaut. Doch wie ist das beispielsweise mit dem Aztekenstadion von Mexiko City, es ist bereits zum dritten Mal Ausrichter eines Eröffnungsspiels. Diesmal musste es umfassend restauriert werden – und das bei einem immensen Wassermangel in Mexiko City, der das Grundwasser bedroht. Bereits jetzt fehlen täglich mehrere Millionen Liter in der Stadt. Sherif Rizkallah trifft sich mit dem indigenen Einheimischen Rubén Ramírez, der mit anderen gegen den Wasserabzug protestierte.
Kann also das von der FIFA gegebene Versprechen, bei der Renovierung "auf die lokalen kulturellen Faktoren und die verfügbaren Ressourcen" zu achten, eingehalten werden? Schon bei der WM in Katar blieben die Angaben zur Nachhaltigkeit ein eher leeres Versprechen. Vor allem die Flugbewegungen über einen ganzen Kontinent hinweg lassen das FiFA-Versprechen einer Emissionssenkung um 50 Prozent fragwürdig erscheinen. Rizkallah traf hierzu in der Zürcher FIFA-Zentrale den Vergabe-Verantwortlichen Sepp Blatter zum Interview. Hinter allem steht letztlich die Frage: Wie umweltschonend können Fußball-Weltmeisterschaften überhaupt sein?
Greenwashed? – FIFA WM 2026: Grün ist hier nur der Rasen – So. 10.05. – ZDF: 15.30 Uhr