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RTL-Tanzshow Knackende Halswirbel und Raketen im Hintern - "Let's Dance" übt Social Distancing

RTL-Tanzshow: Knackende Halswirbel und Raketen im Hintern - "Let's Dance" übt Social Distancing
Sehen Sie im Video: Twitter-Nutzer feiern "Let's Dance"-Jurorin Motsi Mabuses Tanzeinlage.




Die Tanzshow "Let's Dance" sorgt auch 2020 für jede Menge Gesprächsstoff auf Twitter.


Für Aufregung sorgt das unerwartete Aus für Kandidatin Loiza Lammers.


Begeisterung ruft ein Gruppentanz mit Jurorin Motsi Mabuse hervor.


Auch das Team von Juror Jorge González wird für seine Choreographie gelobt.
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Bei "Let’s Dance" werden noch einmal die Trennlinien nachgezogen – zwischen den Juroren gibt es jetzt Wände aus Plexiglas. Dafür rückten die Paare einander wieder umso mehr auf die Pelle und sahen am Ende einen etwas unerwarteten Rauswurf.

Freddie Mercury geht immer, in diesen Zeiten umso besser. Da ist zum einen das 50-jährige Jubiläum, das die Band Queen, bzw. das, was von ihr noch übrig ist, just begeht. Und da ist einer ihrer Songs, der wie kaum ein anderer in diese Sendung passt: "The Show Must Go On". In der Tat – das muss sie wohl, auch wenn viele in der wirklichen Welt gerade nicht wissen, wann und wo und wie. Bei "Let’s Dance" weiß man es noch: auf dem Tanzboden natürlich, auch wenn das mit dem Publikum schon seit Wochen nicht mehr funzt.

Selbst bei den Juroren wurde jetzt in Sachen Social Distancing noch einmal nachjustiert. Die Kollegen Llambi und Mabuse etwa können fortan die Banane von Jorge Gonzalez nur noch durch Plexiglas bewundern. Das Outfit natürlich auch, selbst wenn man das, wie im gestrigen Fall, lieber durch stark getönte Scheiben tun würde. Angeknüpfter Schüttelscheitel in lila, das Eigenhaar so gülden koloriert wie die Bluse, ein grobflorales Etwas in Omma-Optik, so das irritierende Ensemble. Hatte man sich daran, ebenso wie an Motsis knallpinkrote Couture-Montage, gewöhnt, und bei Llambis Wildkatzen-Loafers gerade weggeschaut, dann war fast schon wieder alles beim Alten, soll heißen: solides Entertaining, ohne die ganz großen Ausreißer nach oben oder unten.

Loiza Lammers hat ausgetanzt bei "Let's Dance".
Loiza Lammers hat ausgetanzt bei "Let's Dance".
© TVNOW/Stefan Gregorowius / PR

Bitte, auch mal langsam

Dabei scheint sich da und dort durchaus ein wenig der Schlendrian einzuschleichen. Den chronisch drahtigen Tijan Njie und Kathrin Menzinger etwa fehlte es bei ihrem Slowfox zu Sinatras "Fly Me To The Moon" unübersehbar an Eleganz, es wurde "nicht ein Mal slow, sondern immer nur quick-quick", wie Llambi krittelte. Das reichte insgesamt für gerade einmal 18 Punkte. Vier Zähler mehr konnten zwar Laura Müller und Christian Polanc verbuchen, so richtig knorke jedoch geriet auch deren Rumba nicht. Zwar fand Motsi es "bombenmäßig", Jorge aber hatte sich "gewunscht, meh Gefuhle su sehn" und Llambi, der Schwerenöter, forderte unumwunden: "Das müsste intimer kommen, immerhin hat die Dame sich ja mal für den Playboy ausgezogen!"

Übungsstunde oder Beziehungsstress

Nun denn, sehr viel intimer wurde es bei Loiza Lamers und Andrzej Cibis auch nicht, stattdessen gab es wieder einmal gar Grausliches aus dem Giftkoffer mit den Coverversionen – diesmal musste "Rhythm Is A Dancer" dran glauben. Immerhin bekamen die beiden ihren Paso Doble dazu gut übers Parkett, wobei Llambi sich unbewusst als düsteres Orakel betätigte: "Jede Show zählt, sonst kann man ganz schnell weg sein!" Eine Prognose, mit der Luca Hänni und Christina Luft dagegen erneut nichts zu tun hatten, auch wenn die sich in der Trainingswoche dermaßen fetzten – "Beweg’ deinen Arsch!" – das zuweilen nicht klar war, ob das noch Übungsstunde oder schon Beziehungsstress ist.

Chronisch kumpeliger geht es da bei Ilka Bessin und Erich Klann zu, die einen Tango absolvierten, der Jorge und Motsi zwar gut gefiel, dem Llambi jedoch nicht stilecht genug war: "Da muss man den Kopf drehen, bis der Halsnackenwirbel rausknackt", so seine Forderung, und am besten noch "eine Rakete in den Hintern". Anblicke, die dem Zuschauer zum Glück erspart blieben, immerhin brachten es die beiden auf 16 Punkte. Martin Klempnow und Marta Arndt zeigten sich beim Slowfox zu "My Girl" mit deutlich steigender Formkurve, und das obwohl Martin, so Jorge, vor Wochen noch "wie eine Kartoffel" hereingekommen ist. Immerhin schafften die beiden diesmal vorwiegend festgekochte 22 Punkte.

Endlich wurde die "Sau rausgelassen"

Eine Klasse für sich bildeten Lili Paul-Roncalli und Massimo Sinató, die bei der Samba "die Sau rausließen", dabei aber niemals "too much" waren, obwohl sie sich gegenseitig "fast auf den Püschel getreten sind". Liest sich vielleicht etwas kryptisch, lassen wir also lieber die Zahlen sprechen: 3 x 10 = 30. Dieselbe Rechnung machte die Jury auch für Moritz Hans und Renata Lusin auf, deren Contemporary zu einer drahtigen Vorstellung zwischen "Begnadete Körper" und "Chinesischer Staatszirkus" wurde. Llambi kommentierte Moritz’ Outfit zwar spitzzüngig – "Wenigstens einer heute oben ohne" – zückte aber, ebenso wie seine Plexi-Partner – das runde Schildchen mit der Zahl 10.

Jorge Gonzáles und sein Vater Gudelio stehen sich sehr nahe

Beim etwas drangeflanschten Gruppentanz versendete man schließlich noch eine Dreiviertelstunde mit Playmobil-Choreografie, Vogueing-Fuchteleien und einer Unterhose auf der Bühne, dann aber ging es ans Eingemachte und dort fiel eine zumindest überraschende Entscheidung. Der Llambinator hatte es ja schon geahnt und tatsächlich: Nach Punkten zunächst solide in der oberen Hälfte des Tableaus, reichten die Stimmen am Ende dennoch nicht, mussten Loiza Lamers und Andrzej Cibis am Ende ihr Köfferchen packen.


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