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Mäßige Quoten für die ARD Talkshow-Flut lässt Zuschauer kalt


Wenige Tage vor dem Start von Günther Jauchs neuer Sendung hält sich das Zuschauerinteresse an den ARD-Talkshows in Grenzen. Frank Plasberg, Sandra Maischberger, Reinhold Beckmann und Anne Will fuhren schwache Quoten ein. Hat sich der Sender verkalkuliert?

Die neue Talkshow-Schiene im Ersten kommt bislang offenbar beim Publikum nicht an. Alle vier bislang ausgestrahlten Sendungen blieben unter den Erwartungen, was die Einschaltquote angeht. Jetzt bleibt es Günther Jauch überlassen, die Trendwende einzuleiten. Jauch feiert am Sonntagabend sein Debüt im Ersten.

Die anderen vier Moderatoren haben bereits seit längerem ihre Talkshow, mit Ausnahme von Sandra Maischberger müssen sie aber ihre Zuschauer an einen neuen Termin gewöhnen. Das hat zumindest in der ersten Woche noch nicht besonders geklappt.

Schwache Quoten trotz Sex und Roche

Am vergangenen Dienstag war zunächst Maischberger auf ihrem gewohnten Sendeplatz aus der Sommerpause zurückgekehrt. Obwohl Bestsellerautorin Charlotte Roche zu Gast war und das Thema Sex lautete, wollten nur 1,18 Millionen Menschen zusehen, was einem Marktanteil von 8,0 Prozent entsprach.

Etwas größer war das Zuschauerinteresse dann am Mittwoch, als Anne Will ihr Debüt auf dem neuen Sendeplatz feierte: Für ihre Sendung interessierten sich nur 1,22 Millionen Zuschauer, der Marktanteil betrug immerhin 8,4 Prozent. Auf ihrem alten Sendeplatz am Sonntagabend hatte Will im Schnitt noch mehr als vier Millionen Zuschauer erreicht.

Der vom Montag auf den Donnerstag gewechselte Reinhold Beckmann erreichte 1,47 Millionen Zuschauer, was ihm immerhin einen zweistelligen Marktanteil von 10,2 Prozent bescherte.

Bei den Jüngeren sahen nur 3,1 Prozent zu

Am Montagabend durfte erstmals auch Frank Plasberg auf dem neuen Sendeplatz ran. Da "Hart aber fair" bereits um 21 Uhr begann, war die Gesamtzahl mit 2,89 Millionen Zuschauern naturgemäß deutlich höher als bei den übrigen ARD-Talkern, der Marktanteil von 9,6 Prozent lieferte jedoch wenig Anlass zur Freude. Ganz duster sah es in der jüngeren Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen aus: Da wollten lediglich 3,1 Prozent dem Gespräch über Patchwork-Familien zusehen. Das war auf seinem alten Sendeplatz deutlich besser: Dort schalteten in Spitzenzeiten mehr als vier Millionen Zuschauer ein.

Damit dürfte der Druck auf Günther Jauch gestiegen sein: Sollte auch seine neue Show vom Publikum nicht recht angenommen werden, hat die ARD ein Problem. Dann hätte sie das Interesse und Bedürfnis der Zuschauer nach Talkshows komplett falsch eingeschätzt.

che

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