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Opdenhövel, Bartels, Scholl: Wie die ARD ihre Sportreporter im Terror alleine ließ

Matthias Opdenhövel, Tom Bartels und Mehmet Scholl sollten eigentlich das Fußball-Länderspiel präsentieren. Dann wurden sie unfreiwillig zu Terrorberichterstattern. Weil die ARD sie schier ewig auf Sendung, und dabei ziemlich allein, ließ.

Vor dem Anpfiff twitterte Matthias Opdenhövel noch diesen Schnappschuss mit Mehmet Scholl

Vor dem Anpfiff twitterte Matthias Opdenhövel noch diesen Schnappschuss mit Mehmet Scholl

Normalerweise macht es großen Spaß, Matthias Opdenhövel und Mehmet Scholl zuzusehen, wie sie über Fußball reden. Witzig, unterhaltsam, kompetent - so kennt man das Duo. Am Freitag aber war alles anders.

Denn Fußball interessierte seit den ersten Meldungen über die Anschläge niemand mehr. Tom Bartels kommentierte die zweite Halbzeit noch tapfer zu Ende. Und dann standen Opdenhövel und Scholl im Studio, das sich im Stadion befand - und man sah ihnen an, dass sie jetzt lieber ganz woanders wären.

Über Fußball wolle man jetzt wirklich nicht reden, betonte Opdenhövel alle paar Minuten. Über die Terroranschläge konnten die Moderatoren aber auch nicht viel sagen. Sie hatten die Detonation mitbekommen, die das Stadion schon während der ersten Halbzeit erbeben ließ. Aber alles Weitere hätten nun eigentlich erfahrene Nachrichtenjournalisten berichten müssen. 

Doch nach einer Mini-Tagesschau, in der die Paris-Korrespondentin Ellis Fröder eine kurze Einschätzung abgegeben hatte, musste Opdenhövel gezwungenermaßen weitermoderieren. Ohne zu wissen, was er jetzt eigentlich sagen sollte. Er gab Halbsätze wieder, die die Regie ihm zuflüsterte und schämte sich sichtlich, dass er an diesem Abend auch noch weitere Spielberichte ankündigen musste. Das war sogar ARD-Kollegen Georg Restle peinlich. 

ARD-aktuell-Chefredakteur Kai Gniffke verteidigte die Berichterstattung am Samstag: "Zunächst sind viele Beobachter davon ausgegangen, dass das Stadion Schwerpunkt des Geschehens war", sagt Gniffke dem Medienmagazin DWDL.de. "Entsprechend war es richtig, dass die Sport-Kollegen direkt von dort über die Ereignisse abseits des Spielfelds berichtet haben. In dem Maße, in dem die Erkenntnisse zunahmen, haben wir die Zuschauerinnen und Zuschauer durch 'Tagesschau-Sonderausgaben auf dem Laufenden gehalten und sind schließlich auf Strecke gegangen."

Und dann durfte auch Matthias Opdenhövel endlich raus aus dem Stadion.

Was für ein Horror, der heute in Paris abgelaufen ist. Meine Beine zittern noch... Bin inzwischen im Hotel angekommen. Aber sicher ist hier noch nichts. Danke Euch allen fürs an uns denken! Euer Opdi

Posted by Matthias Opdenhövel on Freitag, 13. November 2015
bak