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Nach "Das!"-Interview: Katja Riemann spricht

Knapp eine Woche ist es her, da hat Katja Riemann einen TV-Moderatoren "verspeist", wurde zum Youtube-Hit und ging offline. Nun schildert die Schauspielerin ihre Sicht der Dinge.

Von Sophie Albers

Katja Riemanns Humor galt noch nie als leicht verständlich. Und eine Zutat zur Erfolgsgeschichte des gründlich misslungenen TV-Interviews bei "Das!" ist wohl auch, dass die 49-Jährige keinerlei Interesse daran zeigt, sich irgendjemandem zu erklären. Bisher. Knapp eine Woche, insgesamt mehr als eine Million Youtube-Abrufe und einen Shit- und Unterstützungssturm später wendet sich Riemann mit einem Brief an die Öffentlichkeit.

Liebe Freunde. Liebe Mitbürger.

"Liebe Freunde. Liebe Mitbürger.", lautet die Begrüßung, nach der Riemann ihrer Verwunderung Luft macht über das, "was derzeit im Staate Dänemark passiert". Nachdem Hunderttausende geschrieben hätten, versuche sie es nun auch - "wenn auch mit Namen und Bild, Brief und Siegel sozusagen", womit die Schauspielerin die Pöbler anspricht, die sich so gern in der Anonymität verstecken.

Sie fragt sich, wie es zu diesem "Phänomen" kommen konnte, das sie selbst nicht begreife, das aber so viele Menschen auf die eine oder andere Art Anteil nehmen lässt: "Kann es sein, dass die schiere Existenz einer Person polarisiert? Sind schlechte Nachrichten die besseren Nachrichten? Gibt es Verhaltenskodexe in öffentlichen Formaten, die mit der Abwesenheit von Wahrhaftigkeit zu tun haben? Wo bleibt der Humor inmitten von Sattheit?"

"It needs two to tango"

Immerhin, es gibt auch ein Schuldeingeständnis: "Ich habe wahrhaft bessere Interviews gegeben! It needs two to Tango, das ist klar!", schreibt sie. Sie sagt auch, dass sie zwar gern über ihre Arbeit spreche, nicht aber über sich selbst oder Menschen, die ihr nahe stehen. Und dann gibt sie dem gescheiterten Fragensteller, der sich nicht an "Verabredungen" gehalten habe, doch noch einen mit: Es sei "irre lustig, wenn ein Moderator zwischen den Gesprächen sich in der Kamera spiegelt und laut äußert, wie geil er aussieht".

Zum Offline-Sein schreibt sie: Sowohl "die facebook seite, die für mich gehostet wird, als auch die Homepage brachen zusammen unter dem virtuellen Wirbelsturm, verrückte Technik."

Sie schließt in der Hoffnung, mit diesem Brief "all jene Menschen befrieden zu können, die sich lautstark echauffierten" - und mit einem weiteren Schmuckstück unerklärten Riemann-Humors: "Wir alle werden überleben, bis wir tot sind."

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