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Nach Wirbel um Fischer-Doku: ZDF-Chefredakteur rudert zurück

Nach einem offenen Brief von Autor Hubert Seipel, in dem dieser dem ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender Zensur vorwirft, wollen die Mainzer eine umstrittene Joschka-Fischer-Doku nun doch in voller Länge ausstrahlen.

Das ZDF will seine Dokumentation "Joschka - eine Karriere" über den ehemaligen Bundesaußenminister Joschka Fischer "zu einem baldmöglichen Zeitpunkt" in voller Länge ausstrahlen. Das sagte Chefredakteur Nikolaus Brender nach einem klärenden Gespräch mit dem Filmautor Hubert Seipel, wie das ZDF am Montag mitteilte. Das ZDF hatte die ursprünglich zweiteilige Dokumentation am 25. März, einem Dienstag, ab 20.15 Uhr als Einteiler in 45 Minuten Länge ausgestrahlt. Autor Seipel hatte sich daraufhin schriftlich bei Brender über die Kürzung beschwert.

In Presseberichten wurde über die Vermutung berichtet, dass das ZDF eine Zusammenarbeit mit Fischer vorbereite und möglicherweise daher die Dokumentation um kritische Passagen gekürzt habe. "Die von Brender vor der Ausstrahlung des Zweiteilers angemerkten Änderungsvorschläge rechtfertigen keinen solchen Verdacht", teilte das ZDF mit. Brender bedaure jetzt "die dem Thema unangemessene Kurzfassung des Zweiteilers". Er habe die ausgestrahlte Kurzversion über Joschka Fischer nie angeordnet. Seipel werde auch weiter für das ZDF arbeiten.

DPA / DPA