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Neuer TV-Sender: Comedy von früh bis spät

Aus Viva Plus wird Comedy Central. Der neue Sender widmet sich ab Januar ausschließlich dem Thema Humor. Nachwuchskomiker sollen ihn als Sprungbrett in die etablierten Sender nutzen.

Die deutsche TV-Landschaft erhält am 15. Januar 2007 Zuwachs. Comedy Central widmet sich als erster Anbieter im frei empfangbaren Fernsehen ausschließlich dem Thema Humor. Der zum amerikanischen Viacom-Konzern zählende Sender wird neben einigen Lizenzproduktionen in deutscher Erstausstrahlung auch sechs neue deutschsprachige Formate an den Start bringen, wie Geschäftsführer Markus Andorfer in Berlin sagte.

Dazu gehört Komiker Klaus-Jürgen ("Knacki") Deuser, der mit seiner Comedy-Werkstatt "Night Wash" bislang im WDR-Fernsehen zu Hause war, sowie die Duos Mundstuhl und Badesalz. Der Kanal hofft laut Andorfer im ersten Jahr auf einen Marktanteil von 0,8 Prozent unter den 14- bis 49-jährigen Zuschauern. Längerfristig sollen es um die 1,5 Prozent sein - den großen Konkurrenten würde ein weiterer Gewinn eines kleinen Senders Probleme bereiten.

Talentschmiede für junge Komiker

Comedy Central, das eine Reichweite von mehr als 30 Millionen Haushalten über Kabel und Satellit hat, versteht sich als Talentschmiede für junge Komiker, die noch auf die Karriere warten und für die die großen Sender keinen Platz haben. Sollten einige dann aber den Absprung beispielsweise zu RTL oder Sat.1 schaffen, wird Andorfer ihnen keine Träne nachweinen. "Wenn die Großen mit den Scheinen winken, können wir nicht mithalten."

Dafür probiert Andorfer Formate aus, die im etablierten Privat-TV und auch im öffentlich-rechtlichen Fernsehen kaum eine Chance hätten. Zum Beispiel die Sendung "Para-Comedy", in der Behinderte ihre Sketche spielen und mit versteckter Kamera arglose Passanten in peinliche Situationen einbeziehen. Unter anderem jagt dort ein Polizist einem Bankräuber hinterher - beide liefern sich ein Rennen im Rollstuhl.

"It's always sunny in Philadelphia"

Comedy Central tritt auf seinem Sendeplatz die Nachfolge des Musiksenders Viva Plus an, der am 14. Januar nach fünf Jahren seinen Sendebetrieb einstellt. Damit sind nach der Übernahme von Viva durch den Konkurrenten MTV aus vier Musikanbietern nur noch zwei geworden, nämlich die Hauptsender Viva und MTV. Bereits seit September 2005 konkurriert der Kindersender Nick als Nachfolger von VH-1 mit Super RTL und dem ARD/ZDF-Kinderkanal (Ki.Ka).

Für sein Programm steht Andorfer ein "hoher zweistelliger" Millionenbetrag an Investitionen zur Verfügung. Nähere Angaben darf der deutsche Senderchef auf Weisung seines US-Arbeitgebers nicht machen. Zu den angekündigten Deutschland-Premieren gehören Serien wie "Arrested Development", "Suburban Shootout", "Tori Spelling: So noTORIous", "Trailer Park Boys", "It's always sunny in Philadelphia" und "Pamela Anderson in: Stocked".

Der 37-jährige Markus Andorfer ist Bruder von Josef Andorfer (50), der bis Januar 2005 Geschäftsführer von RTL II war. Josef Andorfer ist der Lebensgefährte von Catherine Mühlemann. Die 40-jährige Schweizerin ist Chefin von MTV Central & Emerging Markets und ist damit Vorgesetzte von Markus Andorfer.

DPA / DPA